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Aktuelle News

Hier stellen wir Ihnen, nach Datum sortiert, aktuelle News aus unterschiedlichen Bereichen zur Verfügung.

Ihre Apotheke in Herbseiten

21.01.2021

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Immer mehr junge Leute abhängig

Handy, PC und Computerspiele

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20.01.2021

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Was darf man mit einer Knieprothese?

Joggen, Radeln, Gartenarbeit

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19.01.2021

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Eigene Brille für den Arbeitsplatz?

Brillentypen unter der Lupe

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18.01.2021

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Stanzen stört die Erektion nicht

Prostatabiopsie mit Folgen?

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15.01.2021

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Selbstverletzung digital

Anzeichen ernst nehmen

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14.01.2021

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Die Syphilis geht um

Immer mehr Infektionen

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13.01.2021

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So schluckt das Baby seine Arznei

Spritze statt Löffel

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11.01.2021

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Behindern Tablets die Sprachentwicklung?

Bildschirmzeiten begrenzen

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08.01.2021

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Nahrungsergänzung im Blick: Probiotika

Sinn oder Unsinn?

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07.01.2021

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Auf zum Krafttraining!

Schlaffe Europäer

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vom 21.01.2021

Immer mehr junge Leute abhängig

Handy, PC und Computerspiele

Jugendliche und junge Erwachsene verbringen immer mehr Zeit im Internet oder mit Computerspielen. Das hat Folgen: Die Zahl der Internetsüchtigen in dieser Altersgruppe ist gestiegen.

Durchschnittlich 23 Stunden/Woche

Regelmäßig erforscht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Internetgewohnheiten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Auch 2019 — also noch vor Beginn der Corona-Pandemie — gaben 7000 12- bis 25-Jährige Auskunft darüber, wie sie Handy, PC & Co. nutzen.

Besonders interessierte die Forscher*innen, wie viel Zeit die jungen Leute für Unterhaltung und Kommunikation — also nicht etwa für Schule, Studium oder Arbeit — im Netz verbrachten. Die 12- bis 17-Jährigen kamen dabei auf durchschnittlich 22,8 Stunden pro Woche, die älteren auf 23,6 Stunden. Am häufigsten wurde das Internet für Kommunikation genutzt, gefolgt von Unterhaltungsangeboten und Computerspielen.

Wer jedoch in der Freizeit täglich mehr als 4 Stunden im Netz oder mit Computerspielen verbringt, hat ein erhöhtes Risiko, internetsüchtig zu werden. Deshalb wird eine solch ausgeprägte Internetnutzung auch als „problematisch“ eingestuft. Der Anteil an jungen Leuten mit problematischem Internetkonsum ist seit 2015 deutlich gestiegen: Von 21,7 auf 30,4% bei den Jugendlichen und von 15,2 auf 23,0% bei den jungen Erwachsenen.

Medien als Droge der Zukunft

Passend zum vermehrten Internetkonsum traten bei den Teilnehmer*innen der Studie auch mehr internetbezogene Störungen auf als 2015. Dazu gehört vor allem die krankhafte Internetabhängigkeit. Dabei verlieren die Betroffenen die Kontrolle über ihre Internetnutzung, entwickeln bei Entzug Unruhe, Nervosität und Aggressivität und haben häufig Probleme im sozialen Leben. 7,6 % der Jugendlichen und 4,1 % der jungen Erwachsenen wiesen solche Störungen auf (5,7 bzw. 2,6% im Jahr 2015). Dabei war die Internetsucht unter den Mädchen und jungen Frauen etwas weiter verbreitet als bei den männlichen Teilnehmern.

„Medien- und Internetabhängigkeit ist quasi die Droge der Zukunft. Immer mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nutzen die digitalen Medien mehr als ihnen gut tut“, betont Daniela Ludwig, Drogenbeauftragte der BZgA. Wichtig ist es, Kindern und Jugendlichen den richtigen Umgang mit den Medien zu vermitteln. Dafür gibt es verschiedene Hilfsangebote.

Selbsttest machen!

Das Portal www.ins-netz-gehen.de ist speziell an junge Leute gerichtet. Es informiert über Internet- und Computerspielsucht und bietet einen Selbsttest für Gefährdete. Außerdem gibt es Tipps, aus der Internetsucht herauszukommen und Auskunft über Anlaufstellen. Hilfe und Tipps für Eltern bietet die Kampagne „Familie.Freunde.Follower“. Auf der Homepage lassen sich die Empfehlungen zur Mediennutzung herunterladen.

Quelle: BZgA

21.01.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Panthermedia/imago-images.de

 

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vom 20.01.2021

Was darf man mit einer Knieprothese?

Joggen, Radeln, Gartenarbeit

Immer mehr Menschen benötigen ein künstliches Kniegelenk. Viele Betroffene möchten nach der Operation weiter ein aktives Leben führen. Doch was ist mit einer Knieprothese erlaubt?

Muskeln und Bänder stärken

Das Kunst-Knie liegt im Trend: Über 190 000 künstliche Kniegelenke wurden 2019 in Deutschland eingepflanzt, gut die Hälfte davon bekamen Menschen unter 70 Jahren. Früher riet man dazu, das neue Knie zu schonen und dadurch langlebiger zu machen. Heute weiß man dagegen, dass Bewegung auch bei Knieprothese gut tut. Denn sie dient nicht nur der Fitness und verbessert den körperlichen Allgemeinzustand. Bewegung stärkt den Knochen sowie die umgebenden Muskeln und Bänder und beugt dadurch einer Lockerung der Knieprothese vor.

Fahrradfahren ja, Joggen problematisch

Doch welche Aktivität ist denn nun erlaubt? Am besten ist das Fahrradfahren, empfiehlt der Hamburger Orthopäde Friedrich Böttner. Denn selbst bei einer Tretleistung von cirka 95 Watt beträgt die Last auf das Knie nur das 1,8fache des Körpergewichts.

Bowling, Golf, Tanzen und Spazierengehen hält der Experte ebenfalls für unproblematisch. Selbst ein Tennis-Doppel schließt er nicht aus. Zwar beträgt die Last auf das Knie beim Tennisaufschlag oder Golfabschlag etwa das 4-Fache des Körpergewichts. Dies ist aber nur geringfügig mehr als beim Treppensteigen und dem Kunstknie deshalb auch zuzumuten. Vor Aufnahme einer sportlichen Aktivität ist jedoch immer die behandelnde Orthopäd*in zu befragen.

Weniger günstig ist dagegen das Joggen. Vor allem, wenn man es intensiv betreibt, droht die Lockerung der Knieprothese. In einer Studie mit Knieprothesenträger*innen zeigte sich, dass sich ab einer ingesamten Jogging-Zeit von dreieinhalb Stunden pro Woche 11% der Knieprothesen innerhalb von 4 Jahren lockerten.

Unkraut jäten lieber lassen

Nicht empfehlenswert sind Tätigkeiten und Sport, bei denen das Knie stark gebeugt wird. Denn bei einer Beugung über 40° wird die Last auf das Kniegelenk auf das Über-8-Fache erhöht, erklärt der Experte. Zu Tätigkeiten mit solch tiefen „Kniebeugen“ gehören zum Beispiel die Gartenarbeit in der Hocke, Workouts im Fitnessstudio oder viele handwerkliche Tätigkeiten.

Für Patient*innen, die auf starke Kniebeugung nicht verzichten können, gibt es jedoch spezielle Möglichkeiten bei der Prothesenversorgung. Dazu zählt beispielsweise die „Ultrakongruente Prothese“. Welches Verfahren am besten geeignet ist, muss bei der Planung einer Knieprothese individuell entschieden werden.

Quelle: Springer Medizin

20.01.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: agefotostock/imago-images.de

 

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vom 19.01.2021

Eigene Brille für den Arbeitsplatz?

Brillentypen unter der Lupe

In den meisten Berufen ist die Arbeit am Bildschirm nicht mehr wegzudenken. Doch was viele Brillenträger nicht wissen: Die ständigen Blickwechsel von Tastatur zu Bildschirm belasten die Augen stark, wenn Fehlsichtigkeiten nicht optimal ausgeglichen werden. Mit speziellen Bildschirmbrillen lässt sich der Stress für die Augen reduzieren.

Der Unterschied zur „normalen“ Brille

Wer am Arbeitsplatz unter Kopf- und Nackenschmerzen leidet, sollte über eine Zweitbrille nachdenken. Eine nicht-optimal eingestellte Brille führt nämlich häufig zu einer unnatürlichen Körperhaltung, weil Betroffene versuchen über Ausgleichsbewegungen Schrift und Grafiken auf dem Monitor zu erkennen. Besonders für Alterssichitge sind diese ständigen Blickwechsel belastend. Deshalb ist es wichtig, Arbeitsplatz und Brille genau aufeinander abzustimmen.

Eine „normale“ Gleitsichtbrille z. B. ist auf Alltagssituationen ausgerichtet. Dazu gehören das Lesen in der Zeitung und das Scharfstellen in die Ferne beim Autofahren. Doch die Distanz zu einer Zeitung beträgt lediglich 30 bis 45 cm, der Abstand zum Bildschirm jedoch 60 bis 80 Zentimeter. Zudem nutzen viele Brillenträger 2 Bildschirme gleichzeitig und haben noch dazu Tastatur, Schreibutensilien und weitere Eingabe- und Lesegeräte im Blick. All diese Faktoren werden bei einer Standardgleitsichtbrille nicht mitberücksichtigt. Es lohnt sich also häufig, eine Alltags- und eine extra angefertigte Bildschirmbrille miteinander zu kombinieren.

Bildschirmbrillen im Vergleich

Bei der Entscheidung für das richtige Bildschirmbrillen-Modell sollte man mehrere Faktoren berücksichtigen:

Bildschirm-Einstärkenbrille

  • Vorteile: Eine Einstärkenbrille erlaubt ein deutliches, klares Sehen zum Monitor an jeder Stelle des Glases.
  • Nachteile: In allen anderen Entfernungen bleibt das Bild unscharf und ein Brillenwechsel ist notwendig.
  • Anwendung: Einstärkenbrillen eignen sich für stark Alterssichtige, wenn sie überwiegend am Monitor arbeiten und nur selten in anderen Unterlagen lesen. Ebenfalls können Betroffene mit geringer Alterssichtigkeit eine Einstärkenbrille für die Computerarbeit nutzen, wenn sie Sehbeschwerden am Bildschirm entwickeln.

Bildschirm-Zweistärkenbrille

  • Vorteile: Mit einer Zweistärkenbrille gibt es keine Unschärfen im direkten Bereich des Arbeitsplatzes, egal ob Unterlagen auf dem Tisch oder der Monitor betrachtet wird.
  • Nachteile: In die Ferne sehen Betroffene weiterhin undeutlich. Zudem sind Stufen zwischen beiden Glasstärken sichtbar.
  • Anwendung: Zweistärkenbrillen eignen sich für Alterssichtige, die Gleitsichtbrillen nicht vertragen oder überwiegend am Arbeitsplatz bleiben, so dass der Blick in die Ferne nur selten nötig ist.

Bildschirm-Gleitsichtbrille

  • Vorteile: Gleitsichtbrillen erlauben ein deutliches Sehen im Bereich zwischen 40 Zentimetern und 4 Metern.
  • Nachteile: Ab einer Entfernung von etwa 4 Metern wird das Bild unscharf.
  • Anwendung: Alterssichtige profitieren von einer Gleitsichtbrille, wenn beispielsweise ein häufiger Wechsel zwischen Bildschirmarbeit und Kommunikation mit Kollegen stattfindet und somit alles innerhalb eines begrenzten Raumes scharf gesehen werden soll.

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

19.01.2021 | Von: Dr. Rita Wenczel; Bild: Roman Samborskyi/Shutterstock.com

 

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vom 18.01.2021

Stanzen stört die Erektion nicht

Prostatabiopsie mit Folgen?

Beim Verdacht auf einen Prostatakrebs steht die Probebiopsie an. Dabei ist nicht nur die Gewebeentnahme selbst unangenehm für den Patienten. Viele Männer fürchten auch, dass der Eingriff ihrer Erektionsfähigkeit schadet. Eine aktuelle Studie gibt jetzt Entwarnung.

Mit der Stanze durch Darm oder Damm

Bei einer Prostatabiopsie entnimmt der Arzt mit einer Art Stanze Gewebezylinder aus der Vorsteherdrüse. Je nach Zugang unterscheidet man zwei Verfahren: Bei der transrektalen Prostatastanzbiopsie geschieht das über den Mastdarm, bei der seltener durchgeführten perinealen Prostatabiopsie über den Damm.

Doch nicht nur die Vorstellung vom Eingriff selbst macht Männern zu schaffen. Immer wieder taucht die Frage auf, ob eine Stanzbiopsie womöglich die erektile Potenz beeinträchtigt. Dieser weit verbreiteten Sorge ist jetzt eine spanische Arbeitsgruppe in einer Studie nachgegangen.

Entwarnung in puncto Erektion

Dazu untersuchten sie bei 135 Patienten, die sich einer Prostatabiopsie unterziehen mussten, vor und nach dem Eingriff die Erektionsfähigkeit. Von den Männern hatten vor der Biopsie 21% eine normale Erektion, 40% eine leichte, 36% eine moderate und 3 % eine schwere Erektionsstörung. 3 und 6 Monate nach dem Eingriff wurden die Männer erneut untersucht, mit nahezu gleichen Ergebnissen: 29 bzw. 30% hatten keine Erektionsprobleme, 38% bzw. 34% eine leichte, 27% bzw. 28% eine moderate und 3 bzw. 6% eine schwere Erektionsstörung.

Die Ergebnisse blieben auch bei Berücksichtigung der Art des Verfahrens konstant. Egal ob über den Damm oder den Mastdarm durchgeführt und unabhängig von der Anzahl der ausgestanzten Gewebeproben – Auswirkungen auf die Erektion sind durch die Prostatabiopsie nicht zu erwarten, lautet das Fazit der Forscher.

Quelle: Ärztezeitung

18.01.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Pikselstock/Shutterstock.com

 

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vom 15.01.2021

Selbstverletzung digital

Anzeichen ernst nehmen

Hinter dem „Ritzen“ oder anderen Formen von Selbstverletzung stecken in aller Regel ernste seelische Probleme. Das gilt auch für eine neue, vor allem unter Jugendlichen verbreitete Art der Selbstverletzung: die digitale Selbstverletzung.

Selbst-Mobbing weit verbreitet

Sich selbst körperlichen Schmerz zuzufügen, um seelischen Schmerz loszuwerden – was erst mal paradox klingt, ist eine verbreitete „Bewältigungsstrategie“ bei negativen Gefühlen und starkem psychischen Druck. Ein ähnliches Prinzip scheint hinter dem Phänomen der digitalen Selbstverletzung („Digital Self-Harm“) zu stecken. Dabei veröffentlichen Jugendliche in sozialen Medien anonym selbstabwertende Kommentare.

Wie verbreitet ein solches Selbst-Mobbing ist, haben Studien aus den USA und Neuseeland gezeigt. Dort haben sich bis zu 10 Prozent (Florida) beziehungsweise 6 Prozent (Neuseeland) der untersuchten Jugendlichen schon einmal digital selbst verletzt. In den USA ist das Thema auch deswegen in den öffentlichen Fokus gerückt, weil sich eine 13-jährige Betroffene im Anschluss das Leben genommen hatte.

Suche nach Anerkennung

Was genau hinter digitaler Selbstverletzung steckt, versucht Dr. Monika Niehaus zu erklären. Sie ist Kinder- und Jugendärztin und Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ): „Bei der digitalen Selbstverletzung hoffen Heranwachsende vermutlich, dass andere mit Gegenargumenten und positiven Äußerungen zu ihrer Person reagieren oder sie zumindest von anderen mehr Aufmerksamkeit erhalten.“

Verhalten nicht einfach ignorieren

Wenn Eltern vermuten, dass ihr Kind sich digital selbst verletzt, sollten sie dieses Verhalten unbedingt ernst nehmen. Denn oft wird die Selbstverletzung zu einer Gewohnheit. Da sie schnell Erleichterung bringt, lernen Kinder und Jugendliche nicht, sich gesündere Bewältigungsstrategien anzueignen. Doch egal, wie offen und behutsam Eltern das Gespräch suchen – oft ist es schwierig, einen Zugang zu den Betroffenen zu gewinnen. In diesem Fall kann es helfen, eine Kinder- oder Jugendärzt*in oder eine Psycholog*in hinzuzuziehen.

Quelle: Kinderärzte im Netz

15.01.2021 | Von: Sara Steer; Bild: Peter Snaterse/Shutterstock.com

 

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Copyright: Jarun Ontokrai/Shutterstock.com

vom 14.01.2021

Die Syphilis geht um

Immer mehr Infektionen

Die Syphilis ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Mit 7889 Fällen wurde 2019 ein neuer Höchstwert erreicht, meldet das Robert Koch-Institut (RKI), und die Zahlen steigen seit 2010 kontinuierlich.

Mit Kolumbus in die Alte Welt

Franzosenkrankheit, Hurenkrätze, Morbus gallicus — seit der Rückkehr von Kolumbus und seinen Mannen aus Amerika wütet die Geschlechtskrankheit Syphilis unter mehr als 200 klangvollen Namen in Europa. Inzwischen ist sie weltweit unterwegs, die WHO schätzt die Anzahl der Neuerkrankungen auf etwa 12 Millionen Fälle jährlich. Übertragen wird die Erkrankung durch das Bakterium Treponema pallidum bei genitalem, analem oder oralem Sex. Selten infizieren auch erkrankte Mütter ihr Baby während der Geburt.

531 mehr Fälle

In Deutschland steigen laut RKI die Syphilis-Zahlen seit 2010, im Jahr 2019 wurden mit 7889 Fällen 531 mehr gemeldet als im Vorjahr. Damit beträgt die bundesweite Inzidenz 9,5 Fälle/100 000 Einwohner. Vor allem in Berlin (39,7 Fälle/100 000) und Hamburg (24,5/100 0000) macht sich die Syphilis breit, wobei diese Ballungsräume in puncto Syphilis schon immer auf hohem Niveau lagen. Am seltensten findet man die Syphilis in Brandenburg und Vorpommern (4,1 und 4,3/100 000).

Bemerkenswert sind auch die Zuwachszahlen einiger Städte: In Dresden stieg die Anzahl der gemeldeten Syphilisfälle pro 100 000 Einwohner um 89,9%, in Bochum um 64%, in Leipzig um 44,4%, und in Köln um 35,4%.

Fast reine Männersache

Die Syphilis ist in Deutschland immer noch fast reine Männersache: Frauen sind mit knapp 6% der gemeldeten Fälle weiterhin nur zu einem Bruchteil betroffen. Bei über 70 % der gemeldeten Patient*innen ließ sich das Herkunftsland eruieren: Der Löwenanteil war mit 80,7 % deutscher Herkunft. Italienischer, rumänischer und polnischer Herkunft waren je etwa 1% der Patient*innen, brasilianischer 1,6 und türkischer Herkunft 1,3%.

Mit Abstand der häufigste Infektionsweg der Syphilis ist heutzutage der Sex von Männern mit Männern, knapp 86% der Fälle waren darauf zurückzuführen. Die heterosexuelle Übertragung schlug mit 14% zu Buche, in 3 Fällen wurde der Erreger von einer infizierten Mutter auf ihr Neugeborenes weitergegeben. In den Fällen, in denen das RKI Informationen zum Eintrittsort der Infektion hatten, saßen 70% der Syphilisgeschwüre am Genital, 16% anal und bei 14% der Patient*innen im Mund.

Bei Frauen später erkannt

Je früher die Syphilis erkannt und antibiotisch behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Hier lagen MSM (Männern die mit Männern Sex haben) mit gleichzeitiger HIV-Infektion vorn: Bei ihnen wurden die Syphilis in 72,7% der Fälle innerhalb von zwei Monaten nach Infektion erkannt (bei MSM ohne HIV und heterosexuellen Männern waren dies 67,3% respektive 57,8%).

Bei Frauen liegen die ersten Geschwüre häufig versteckt in der Scheide. Das spiegelt sich auch im Zeitpunkt der Diagnose wider: 2019 erhielten nur 43,3% ihre Diagnose in den ersten zwei Monaten nach Infektion und fast 20% erst nach einem Jahr.

Quelle: RKI Epidemiologisches Bulletin

14.01.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Jarun Ontokrai/Shutterstock.com

 

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vom 13.01.2021

So schluckt das Baby seine Arznei

Spritze statt Löffel

Der Geschmack ist oft übel, die Dosierung knifflig — Kleinkindern und Babys Medikamente zu verabreichen, ist gar nicht so einfach. Folgende Tipps machen es Kindern und Eltern leichter.

In den Mund träufeln — aber richtig

Babys bekommen ihre Arzneien oft in flüssiger Form. Hier muss man bei der Dosierung aufpassen, erklärt Kinderarzt Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Mit normalen Haushaltslöffeln lässt sich die erforderliche Menge nicht exakt bestimmen. Besser ist es, zur Dosierung eine Pipette oder eine nadellose Spritze mit genauer Maßangabe zu nehmen. Damit lässt sich die Arznei dann auch gleich in den kleinen Mund träufeln. Und das macht man am besten so:

  • Das Baby aufrecht hinsetzen oder im Arm halten.
  • Sanft über die Wange streicheln, damit das Kind seinen Mund öffnet.
  • Die (nadellose!) Spritze vorsichtig in den Mund einführen.
  • Eine kleine Menge langsam in die untere Wange gebn (so vermeidet man den Kontakt der Arznei mit den Geschmacksknospen der Zunge). • Streicheln unter dem Kinn fördert das Schlucken.
  • Baby schlucken lassen, dann die zweite Portion verabreichen.

Auf keinen Fall darf das Medikament in den Rachen geträufelt werden, da sich die Kleinen dann oft verschlucken. Leichter fällt die Medikamentengabe, wenn das Arzneimittel vor der Fütterung des Kindes verabreicht wird. Denn dann öffnet das Baby den Mund oft automatisch.

Eis und Pudding dazu?

Ob der Geschmack eines Medikaments mit Milch oder Babynahrung abgemildert werden darf, muss mit der Kinderärzt*in besprochen werden. Bei älteren Kindern hilft oft, vor oder nach der Medikamentengabe etwas Eis, Pudding, Joghurt oder Marmelade zu essen. Auch hier ist abzuklären, ob sich die Arznei mit der gleichzeitigen Gabe von Pudding & Co. verträgt und nicht etwa in ihrer Wirkung geschwächt wird. Ein weiterer Trick gegen übel schmeckende Arzneien: Im Kühlschrank lagern (wenn erlaubt) und kalt einnehmen. Kälte betäubt die Geschmacksnerven und sorgt so für einen deutlich weniger intensiven Geschmack.

Kein Drama machen

Ist das Kind alt genug, sollte es kindgerecht erklärt bekommen, warum es überhaupt Medikamente nehmen muss. Die Eltern sollten dann kein Drama um die Medikamentengabe machen. Je selbstverständlicher und positiver sie das Ganze sehen, desto leichter fällt das auch dem Kind. Gelobt werden sollten Kinder nach problemloser Medikamenteneinnahme natürlich trotzdem.

Motivieren ist das A und O

Kinder für eine regelmäßige Medikamenteneinnahme zu begeistern, ist nicht immer einfach. Spielerisch klappt das mit Sammelkarten. Für jede Einnahme gibt es einen Aufkleber oder ein Kreuzchen. Ist die Karte voll, winkt eine kleine Belohnung.

Motivierend ist für viele Kinder auch, wenn sie mitbestimmen dürfen. Sei es nun die Geschmacksrichtung bei aromatisierten Arzneien oder — nach Rücksprache mit der Kinderärzt*in —die Verabreichungsform. Denn ob man lieber eine Kautablette kaut, eine Tablette auf einmal schluckt oder den Inhalt einer Kapsel als Pulver auf die Mahlzeit gibt ist auch bei Kindern Geschmackssache.

Quelle:www.kinderaerzte-im-netz.de

13.01.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: pawat kueakoolsataporn/Shutterstock.com

 

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vom 11.01.2021

Behindern Tablets die Sprachentwicklung?

Bildschirmzeiten begrenzen

Eltern sollten die Bildschirmzeiten ihrer Kleinkinder gut im Auge behalten. Neuen Untersuchungen zufolge weisen Vorschulkinder, die lange Zeiten an Tablet oder Smartphone verbringen, Veränderungen im Gehirn auf. Und zwar vor allem in Bereichen, die für die Sprache zuständig sind.

Spuren im Gehirn

Ob Fernsehen, Tablet oder Computer – nicht nur Erwachsene, auch Kleinkinder verbringen inzwischen viel Zeit vor einem Bildschirm. Kinderärzte und Wissenschaftler warnen schon lange vor körperlichen und geistigen Entwicklungsstörungen durch hohen PC- und Tabletkonsum. Die Sorge scheint berechtigt: Einer aktuelle Studie zufolge scheint eine allzu freizügige Bildschirmnutzung bei Kleinkindern tatsächlich Spuren im Gehirn zu hinterlassen.

Weiße Hirnsubstanz verändert

In ihrer Studie untersuchten die amerikanischen Forscher zunächst Bildschirmkonsum und Sprachfähigkeiten von 47 Kindern im Alter von 54 Monaten. Dabei fiel auf, dass Kinder mit hohen Bildschirmzeiten in den Tests auf Aussprache, Vokabular und erste Lesefähigkeiten schlechter abschnitten als Kinder, die wenig Zeit mit elektronischen Medien verbrachten.

In einem weiteren Schritt prüften die Forscher die Gehirnstruktur der kleinen Probanden mit Hilfe der Magnetresonanztomografie. Das Ergebnis: Kinder mit hohen Bildschirmzeiten wiesen strukturelle Veränderungen in der weißen Hirnsubstanz auf. Vor allem in den beiden Sprachzentren war die Ummantelung der Nervenbahnen dünner als bei Kindern mit geringen Bildschirmzeiten.

Aufgrund der kleinen Fallzahl formulieren die Forscher ihre Ergebnisse vorsichtig und folgern, dass „die bildschirmbasierte Mediennutzung in der frühen Kindheit zu einer suboptimalen Stimulation in diesem wichtigen Stadium der Gehirnentwicklung führen könnte“.

Tablet und Smartphone – so viel ist erlaubt

Auch wenn diese Ergebnisse bisher nur ein Hinweis auf tatsächliche Hirnveränderungen sind – wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Bildschirmzeiten seiner Sprösslinge gut im Auge behalten. Die WHO empfiehlt für Kinder bis zu 5 Jahren ein generelles Verbot für Tablets und Smartphones, was aber in den meisten Familien nicht praktikabel sein dürfte. Deutsche Kindeärzte halten sich da eher an die Empfehlungen der American Academy of Pediatrics:

  • Kinder unter 18 Monaten sind generell von Tablets und Smartphones fernzuhalten. 
  • Kinder zwischen 18 und 24 Monaten sollten nur zeitweise und unter Aufsicht der Eltern ein Smartphone oder Tablet nutzen.
  • Kinder von 2 bis 5 Jahren dürfen höchsten eine Stunde täglich ein Smartphone oder Handy benutzen, und auch dies am besten unter Aufsicht.

Um diese Regelungen umzusetzen, ist es für Familien oft hilfreich, sogenannte medienfreie Zeiten zu bestimmen. Das bedeutet beispielsweise keine Smartphone- oder Tabletnutzung beim Essen oder beim Autofahren. Außerdem sollten in der Wohnung bestimmte Räume tabu sein für das Smartphone, z. B. die Schlafzimmer.

Quelle: Ärzteblatt

11.01.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Xolodan/Shutterstock.com

 

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vom 08.01.2021

Nahrungsergänzung im Blick: Probiotika

Sinn oder Unsinn?

Mit Probiotika das Gleichgewicht im Darm wiederherstellen – damit werben viele Hersteller. Was steckt hinter den Versprechungen? 

Hilfe für den Darm

Probiotika sind lebende Mikroorganismen - in aller Regel Bakterien - die die Gesundheit des Verbrauchers fördern sollen. Entdeckt wurden sie vor über 100 Jahren in Joghurt. Mittlerweile sind sie auch als Drinks oder Tabletten erhältlich. Das Versprechen: Im Darm angekommen verdrängen Probiotika krankmachende Bakterien, stärken die natürlicherweise dort lebenden Bakterien und beeinflussen das Immunsystem.

Spezies und Dosis entscheidend

Viele Wissenschaftler*innen sind sich mittlerweile einig, dass Probiotika prinzipiell gut für den Darm sind. Die Wirkung eines Probiotikums hängt allerdings immer von den enthaltenen Bakterien und von der Dosierung ab. Nachgewiesen ist die Wirkung auf den Darm immer nur für bestimmte Bakterienarten. Studien haben herausgefunden, dass Probiotika wahrscheinlich gegen Durchfall wirken und in einzelnen Fällen auch Durchfall nach Antibiotikaeinnahme vorbeugen. Auch bei chronischer Verstopfung und Reizdarmsyndrom gibt es vielversprechende Ergebnisse, die jedoch noch nicht endgültig bewiesen sind.

Kehrseite der Medaille

Probiotika werden jedoch auch oft kritisiert. Untersuchungen haben ergeben, dass die Qualität vieler Produkte schlecht ist. Oft sind sie zum Beispiel mit anderen Mikroorganismen verunreinigt oder „zu schwach“ um im Darm zu wirken. Viele Bakterien überleben außerdem Herstellung, Verpackung und Transport nicht oder werden bei der Einnahme gleich im Magen durch die aggressive Magensäure inaktiviert. Damit sind die Produkte wirkungslos.

Außerdem sind Probiotika nicht für alle sicher. Menschen mit Lebererkrankungen, einem schwachen Immunsystem oder einen gestörten Magen-Darm-Schranke riskieren Nebenwirkungen, wie eine lebensgefährliche Blutvergiftung. Wer Probiotika einsetzen möchte, sollte sich deshalb vor dem Kauf in der Arztpraxis oder Apotheke beraten lassen.

Quellen: De Simone 2019; Biesalski, Bischoff, Puchstein: Einährungsmedizin, Georg Thieme Verlag 2010; Kolaček et al. 2017; Ärzteblatt

08.01.2021 | Von: Marie Schläfer; Bild: meaofoto/Shutterstock.com

 

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vom 07.01.2021

Auf zum Krafttraining!

Schlaffe Europäer

Radeln, Schwimmen, Joggen, Walken — Ausdauertraining ist für viele selbstverständlich. Doch ebenso wichtig ist das Trainieren der Muskeln durch Krafttraining. Hier hapert´s allerdings gewaltig bei den Europäern.

Mindestens an zwei Tagen pro Woche

Wer regelmäßig seine Muskeln mit Liegestützen, Hanteln-Stemmen oder Kniebeugen aufbaut, macht nicht nur optisch was her: Krafttraining ist auch gut für die Gesundheit und soll beispielsweise das Risiko für Diabetes, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Deshalb rät die WHO dazu, an mindestens an zwei Tagen in der Woche muskelkräftigende Übungen zu betreiben. Und das gilt, wenn möglich, auch für Senioren.

Deutsche im oberen Mittelfeld

Doch mit regelmäßigem Muskeltraining sieht es europaweit mau aus, wie die Auswertung einer Gesundheitsumfrage an mehr als 280 000 Männern und Frauen über 18 Jahren zeigt. Nur 17,3 % der Befragten betreiben an zwei oder mehr Tagen Krafttraining. Am fleißigsten trainierten die Isländer*innen ihre Muskeln, hier hielt sich jede Zweite an das empfohlene WHO-Pensum von mindestens 2 Einheiten/Woche. Auch die Befragten aus Dänemark und Schweden waren in puncto Liegestütz und Hanteltraining gut dabei, die Deutschen lagen mit etwa 30% im oberen Mittelfeld. Am wenigstens betrieb man Krafttraining in Rumänien, Malta und auf Zypern.

Frauen trainierten etwas seltener als Männer, fanden die Forscher*innen ebenfalls heraus. Weniger verbreitet war das Muskeltraining auch bei Älteren, Übergewichtigen sowie Menschen mit geringem Einkommen und geringerer Bildung. Hier gilt es, Aufklärungsarbeit zu leisten. Denn Muskeltraining gehört ebenso wie Ausdauertraining zu einem gesunden Leben dazu.

Quelle: PLOS ONE

07.01.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Panthermedia/imago-images.de

 

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