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Aktuelle News

Hier stellen wir Ihnen, nach Datum sortiert, aktuelle News aus unterschiedlichen Bereichen zur Verfügung.

Ihre Apotheke in Herbseiten

22.07.2024

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7 Lebensretter bei allergischem Schock

Gefahr durch Milch oder Erdnuss?

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20.07.2024

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Kampf der Fatigue

Unendlich erschöpft

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19.07.2024

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Antidepressiva schrittweise absetzen?

Neue Studie veröffentlicht

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18.07.2024

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Neues Zuckermedikament schützt Auge

Nützlicher Nebeneffekt

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17.07.2024

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Bewegung bremst nicht nur Krebs aus

Auf die Plätze, fertig, los

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16.07.2024

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So planscht es sich sauber

Keime ausbremsen

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15.07.2024

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Was tun bei Raupendermatitis?

Eichenprozessionsspinner im Anmarsch

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12.07.2024

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Hände weg vom Superpatch-Pflaster

Keine nachgewiesene Wirkung

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11.07.2024

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Malen ist gesund

Für Groß und Klein

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10.07.2024

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Brille auf beim Rasenmähen!

Augen in Gefahr

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vom 22.07.2024

7 Lebensretter bei allergischem Schock

Gefahr durch Milch oder Erdnuss?

Der Adrenalinpen kann beim allergischen Schock Leben retten.

Für Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie kann ein Besuch im Schnellimbiss oder Restaurant lebensgefährlich werden. Um für einen allergischen Schock gewappnet zu sein, haben Betroffene meist einen Adrenalinpen dabei. Folgende sieben Tipps helfen, den Notfall zu beherrschen.

Versteckte Allergene

Wer unter einer Lebensmittelallergie leidet, weiß meist um die Gefahr und versucht, das entsprechende Allergen zu vermeiden. Leider gelingt dies nicht immer. Das zeigen die Fälle, bei denen es durch – meist unbeabsichtigten – Genuss des allergenhaltigen Lebensmittels zu Symptomen kommt.

Oft bleibt es bei leichten Beschwerden. Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein allergischer Schock, der mit einem tödlichen Kreislaufversagen enden kann. So auch bei einer 16-Jährigen: Sie hatte in einer Imbissbude einen Burger bestellt – mit Hinweis auf ihre Milchallergie. Als sie den servierten Burger aß, bekam sie einen schweren allergischen Schock und verstarb. Der Burger war in Buttermilch zubereitet worden.

Erst spritzen, dann Notruf absetzen

Missverständnisse dieser Art lassen sich wahrscheinlich nicht hundertprozentig vermeiden, schreiben Forscher*innen aus Australien und Großbritannien. Stattdessen müssen Betroffene und Angehörige auf solche Vorkommnisse vorbereitet sein. Dazu gehört, immer ein Notfallset inklusive Adrenalin-Autoinjektor (Adrenalinpen) dabeizuhaben und genauestens über dessen Handhabung Bescheid zu wissen.

Um wirklich auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen die Expert*innen außerdem sieben Regeln:

  1. Schon beim geringsten Anzeichen einer allergischen Reaktion (Kribbeln, Hitzegefühl), bei Atembeschwerden oder bei Bewusstseinsstörungen als allererstes den Adrenalin-Autoinjektor einsetzen. Erst danach den Notruf wählen (es sei denn, es sind mehrere Helfer*innen vor Ort).
  2. Beim Notruf immer sofort melden, dass es sich um einen anaphylaktischen Notfall handelt und die Situation lebensbedrohlich ist.
  3. Auch in Zweifelsfällen Adrenalin spritzen. Die Dosierung in den Pens ist so gering, dass sie auch bei falschem Alarm nicht schadet.
  4. Wenn die allergische Reaktion innerhalb von fünf Minuten nach der Spritze nicht deutlich nachlässt, einen zweites Mal spritzen. Deshalb sollte man auch immer zwei Adrenalinpens dabei haben!
  5. Die Betroffene soll liegen. Ein leichtes Anheben der Beine stellt sicher, dass das Herz durchblutet wird. Eine aufrechte Position führt dagegen dazu, dass der Blutdruck zusätzlich sinkt.
  6. Vorsicht mit Aktivitäten, auch wenn sich die Beschwerden bessern. Alkohol und Rauschmittel können die Situation erneut aufflackern lassen. Außerdem sollte man nicht in öffentliche Verkehrsmittel oder in ein Flugzeug steigen.
  7. Auch wenn man sich besser fühlt: immer Hilfe holen! Weil es auch nach Einsatz des Adrenalinpens zu einer Spätreaktion kommen kann, sollten Betroffene entweder in eine Notaufnahme gebracht oder der Rettungsdienst gerufen werden.

Quelle: SpringerMedizin

22.07.2024 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images/Atgof.co/Alamy/Alamy Stock Photos

 

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vom 20.07.2024

Kampf der Fatigue

Unendlich erschöpft

Ob Studium, Beruf oder Freizeit - eine Fatigue erschwert das tägliche Leben erheblich.

Nach körperlicher oder seelischer Anstrengung erst einmal eine Pause zu brauchen, ist ganz normal. Meist kommt man mit Ausruhen wieder in Schwung. Bei der Fatigue ist das anders: Diese außerordentliche Erschöpfung tritt ohne Ursache auf und lässt sich durch Erholung nicht lindern. Wie können sich die Betroffenen helfen?

Seele, Geist und Körper erschöpft

Von einer Fatigue (der Begriff fatigo kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Ermüdung) spricht man, wenn Müdigkeit, Erschöpfung und Schwäche dauerhaft anhalten und sich durch Ausruhen oder Schlaf nicht lindern lassen. Erschöpft ist dabei nicht nur der Körper – auch Seele und Geist sind von der außerordentlichen Müdigkeit betroffen.

Fatiguepatient*innen haben keinerlei Energiereserven und fühlen sich schon bei geringsten Aktivitäten überlastet. Oft tritt die Erschöpfung plötzlich und ohne jede vorangegangene Anstrengung auf. Weitere Beschwerden sind

  • körperliche Schwäche,
  • Störungen von Konzentration und Gedächtnis,
  • Schlafstörungen,
  • Herzrasen und Schwindel als Zeichen von Kreislaufstörungen,
  • vermehrte Anfälligkeit für Infektionen und
  • depressive Verstimmung und Reizbarkeit.

All diese Beschwerden beeinträchtigen die Lebensqualität stark. Den Betroffenen fehlt oft schon die Kraft für kleine Hausarbeiten. Viele schaffen es nicht mehr, an Freizeitaktivitäten teilzunehmen. Wenn sie noch arbeiten gehen, muss auch ihr Berufsleben an die geringere Belastbarkeit angepasst werden. Durch diese Erschwernisse gelangen Menschen mit Fatigue häufig sozial in eine Isolation.

Woher kommt die Erschöpfung?

Die Ursachen der Fatigue sind nicht geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel vieler Faktoren, die sowohl auf den Stoffwechsel als auch auf das Immunsystem wirken. Der Energiehaushalt ist gestört und auch geistig erholen sich Betroffene nur schwer.

Menschen mit Krebs oder chronischen Erkrankungen wie Rheuma oder Multiple Sklerose sind besonders oft von einer Fatigue betroffen. Aber auch Virusinfektionen können zu einem chronischen Fatigue-Syndrom führen – ein Beispiel dafür ist das Pfeiffersche Drüsenfieber, das durch das Ebstein-Barr-Virus ausgelöst wird. Weitere Auslöser sind psychische Belastungen, schwere Schlafstörungen und Nebenwirkungen von Medikamenten.

Daneben kann die Fatigue auch als eigenständige Erkrankung auftreten. Dann wird sie chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CSF) genannt. Als Ursache gelten Autoimmunmechanismen, die durch einen Trigger wie z.B. Virusinfektionen ausgelöst werden. Expert*innen bringen z.B. die Infektion mit dem Coronavirus mit ME/CSF in Zusammenhang: Vor der Coronapandemie sollen in Deutschland etwa 250000 Menschen von dieser Erkrankung betroffen gewesen sein, danach doppelt so viele. Beim ME/CSF sind vermutlich die Mitochondrien gestört, also die Kraftwerke der Zellen. Weil der Körper nicht ausreichend mit Energie versorgt werden kann, fährt der Stoffwechsel herunter – ähnlich wie bei Tieren im Winterschlaf. Dabei sind die Beschwerden noch ausgeprägter und langanhaltender als bei der „normalen“ Fatigue. Typisch für die Erkrankung ist, dass im Gegensatz zu den anderen Formen der Fatigue sich die Beschwerden nach Aktivität (wozu schon Gespräche oder Zähneputzen zählen) extrem verschlimmern können. Dieser Zustand wird Post-Exerzionale Malaise genannt.

Hinweis: Fatigue tritt sehr häufig bei Krebspatient*innen auf. 60-90% leiden während der Tumortherapie darunter, und bis zu 50% auch noch lange Zeit nach dem Ende der Behandlung.

Fatigue erkennen – eine Herausforderung

Lang wurde die Fatigue nicht richtig ernst genommen. Von Verwandten, vom Freundes- und Kollegenkreis und auch von behandelnden Ärzt*innen kam häufig der Rat, sich gründlich auszuruhen und sich dann „zusammenzureißen“. Inzwischen weiß man mehr über die Fatigue, weshalb die Erkrankung auch öfter diagnostiziert wird.

Die Schilderung der Beschwerden gibt meist schon deutliche Hinweise auf eine Fatigue. Entscheidend ist, dass die Abgeschlagenheit und Erschöpfung unabhängig von Belastungen auftreten und Ruhephasen keine Erholung bringen. Unterstützend für die Diagnose ist das Vorliegen typischer Ursachen, wie chronische Erkrankungen oder eine Krebsbehandlung. Desweiteren schließt die Ärzt*in mittels Laboruntersuchungen andere Ursachen für chronische Erschöpfung aus. Insbesondere sind das die Schilddrüsenunterfunktion, Hormonstörungen oder eine Blutarmut. Auch Depressionen führen oft zu einer abgrundtiefen Erschöpfung. Hier ist es anspruchsvoll zu unterscheiden, ob eine Fatigue die Verstimmung auslöst oder ob die Depression zur Abgeschlagenheit führt. Das ist wichtig, denn es beeinflusst die Therapie.

Beim Verdacht auf ein chronisches Fatigue-Syndrom können spezielle Fragebogen bei der Diagnose helfen. Darin wird eine detaillierte Liste von Kriterien abgefragt, die mindestens sechs Monate lang vorliegen müssen.

Hinweis: Ein Energietagebuch kann sowohl zur Diagnose als auch beim Leben mit Fatigue hilfreich sein. Darin notiert man die Aktivitäten, die Ruhezeiten und das Ausmaß der Beschwerden. So lassen sich Über- und Unterforderungen besser erkennen und ausbalancieren.

Fatigue behandeln

Liegt der Fatigue eine chronische Erkrankung zugrunde, sollte diese umfassend therapiert werden. Ob sich verantwortliche Medikamente absetzen oder austauschen lassen, muss die behandelnde Ärzt*in beurteilen. Insgesamt gibt es folgende therapeutische Optionen:

  • körperliches Training
  • psychologische Unterstützung
  • Mind-Body-Therapien
  • Medikamente

Training. Fatigue lässt sich durch körperliche Aktivität verringern. Damit beginnt man am besten schon im Alltag: Kleine Wege zu Fuß zurückzulegen statt mit dem Auto zu fahren und die Treppe statt des Lifts zu benutzen, erhöhen das Aktivitätslevel. Besonders wirksam ist Sport unter Anleitung. Am besten zwei- bis dreimal die Woche, wobei Ausdauer- und Krafttraining kombiniert werden sollten. Vorher ist es sinnvoll, sich ärztlich untersuchen zu lassen und einen Trainingsplan aufzustellen.

Als geeignete Sportarten für Menschen mit Fatigue gelten Nordic Walking, Radfahren und Yoga. Wichtig ist die Dosierung der Belastung. Am besten fängt man langsam an und steigert dann vorsichtig die Intensität. Training in der Gruppe ist für viele besonders motivierend. Wer das möchte, kann sich von seiner Ärzt*in Reha-Sport verodnen lassen. Je nach Rezept übernehmen die Krankenkassen für eine gewisse Anzahl von Stunden die Kosten.

Menschen mit einem chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CSF) müssen bei körperlichen Aktivitäten etwas aufpassen. Bei ihnen können Aktivitäten – insbesondere körperliches Training- zur Post-Exerzionalen Malaise führen, d.h. zu einer extremen Verschlechterung der Beschwerden. Diese Patient*innen benötigen ein speziell auf sie abgestimmtes Bewegungsprogramm, bei dem die Intensität nur sehr langsam und unter Aufsicht gesteigert werden sollte.

Psychologische Unterstützung. Menschen mit Fatigue profitieren von psychotherapeutischer Unterstützung. Neben der Aufklärung über die Erkrankung und Tipps zum Selbstmanagement hilft einigen Betroffenen auch die kognitive Verhaltenstherapie. Für Krebskranke stehen in der Regel Psychoonkolog*innen bereit, um Grunderkrankung und begleitende Fatigue besser zu bewältigen.

Mind-Body-Therapien. Für Menschen mit Fatigue ist es besonders wichtig, auf sich zu achten, die eigenen Belastungsgrenzen frühzeitig zu erkennen und vorsichtig mit sich umzugehen. Unterstützt wird dies durch verschiedene Verfahren wie Achtsamkeitstraining, Atemübungen, Tai Chi und QiGong. Auch Entspannungsübungen oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen sind nützliche Hilfsmittel.

Medikamente. Spezielle, bei Fatigue wirksame und zugelassene Medikamente gibt es nicht. Manchmal setzen Ärzt*innen antriebssteigernde Substanzen wie Amphetamine ein. In seltenen, besonders ausgeprägten Einzelfällen ist unter engmaschiger ärztlicher Aufsicht auch das aufmerksamkeitssteigernde Methylphenidat eine Option. Wird die Fatigue durch eine zugrundeliegende Depression ausgelöst, können Antidepressiva helfen. Ist dagegen eine Fatigue der Auslöser für depressive Verstimmungen, helfen Antidepressiva nicht. Für Ginseng wurde eine Wirksamkeit bei Krebspatient*innen mit Fatigue nachgewiesen. Vor der Einnahme ist jedoch ärztlicher Rat einzuholen: Ginsengpräparate gelten zwar als sicher, können aber bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente Wechselwirkungen hervorrufen.

Hinweis: Vor allem im Internet wird zur Behandlung der Erschöpfung Modafinil empfohlen. Dieses Medikament bessert zwar die Krankheit Schlafsucht (Narkolepsie). In Studien mit Fatiguekranken war die Substanz jedoch wirkungslos.

Den Alltag trotz Fatigue bewältigen

Die Fatigue ist für Betroffene eine große Belastung im Alltag. Um Beruf, Freizeit und Familienleben zu meistern, gilt es, Strategien für den Umgang mit der Erschöpfung zu entwickeln. Hilfreich sind dabei folgende Tipps:

  • Aktivitäten planen und einteilen. Um Überanstrengungen zu vermeiden, sollten Aktivitäten über den ganzen Tag hinweg verteilt und regelmäßige Pausen eingelegt werden.
  • Prioritäten setzen. Es ist wichtig, sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren und weniger wichtiges wegzulassen. Um die Lebensfreude nicht zu verlieren sollten aber nicht nur Pflichten, sondern auch angenehme Tätigkeiten eingeplant werden.
  • Aufgaben delegieren. Auch wenn es vielleicht unangenehm oder ungewohnt ist: Viele zu erledigende Dinge lassen sich an Familienmitglieder, den Freundes- und Bekanntenkreis delegieren.
  • Termine dosieren. Wenn die Kraft fehlt, sollten Termine verschoben oder abgesagt werden. Trotzdem ist es wichtig, sich nicht zu isolieren. Denn Isolation und Einsamkeit können die Probleme verschärfen und zu depressiven Verstimmungen führen.
  • Auf Schlafhygiene achten. Am besten ist ein regelmäßiger Schlafrhythmus, bei dem man jeden Tag zur gleichen Zeit zu Bett geht und aufsteht. Entspannungstechniken und eine ruhige, dunkle Umgebung helfen beim Einschlafen.

Es ist wichtig, Freunde und Familie über die Erkrankung offen zu informieren. Oft fällt es anderen Menschen schwer, die Fatigue zu verstehen. In diesen Fällen können Informationsbroschüren oder Webseiten (z.B. die Seite der deutschen Fatigue-Gesellschaft) Abhilfe schaffen.

Ob Menschen mit Fatigue arbeitsfähig sind, hängt vom Ausmaß der Erschöpfung und der evtl. zugrundeliegenden Erkrankung ab. Bei schwerer Ausprägung kann eine Berentung erforderlich werden. Im Allgemeinen sind aber fünf Jahre nach Diagnose etwa 60% der Fatigue-Betroffenen berufstätig. Dabei werden häufig individuelle Lösungen gefunden. Nach einer langen Erkrankung ist z.B. die stufenweise Wiedereingliederung in den Beruf möglich. Eine weitere Option ist, die wöchentliche Arbeitszeit zu verringern – evtl. mithilfe einer Erwerbsminderungsrente. Eventuell ist auch eine Umschulung sinnvoll – z.B., wenn die Arbeit körperlich oder geistig zu anstrengend ist.

Hinweis: In Selbsthilfegruppen können sich Betroffene über die Probleme im Alltag und im Berufsleben austauschen. Für ME/CFS-Kranke gibt es zahlreiche regionale Gruppen, zu finden über https://www.fatigatio.de/wir-fuer-sie/regionalgruppen.

Quellen: S3 Leitlinie Müdigkeit, Deutsche Fatigue Gesellschaft

20.07.2024 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Yuri Arcurs / Alamy / Alamy Stock Photos

 

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vom 19.07.2024

Antidepressiva schrittweise absetzen?

Neue Studie veröffentlicht

Das Absetzen von Antidepressiva sollte ärztlich begleitet werden.

Viele Menschen nehmen zeitweise Antidepressiva – in Deutschland sind es etwa 8 bis 10 Prozent. Doch was passiert eigentlich, wenn die Betroffenen die Medikamente wieder absetzen möchten?

Nocebo statt Placebo

Im Schnitt ein Jahr lang nehmen Menschen mit Depressionen ihre Medikamente ein. Wer die Medikamente dann wieder absetzt, leidet in jedem dritten Fall zunächst einmal unter Absetzsymptomen. Das sind dann zum Beispiel Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit. Eine Studie mit rund 20  000 Personen sagt nun, dass einige dieser Symptome gar nicht echt wären. Sie seien dem „Nocebo-Effekt“ zuzuschreiben, dem Gegenstück zum Placebo-Effekt. Beim Placebo-Effekt bemerken Patient*innen trotz fehlendem Wirkstoff in ihrem Medikament eine Verbesserung. Beim Nocebo-Effekt spüren die Patient*innen Absetz-Symptome, obwohl sie vorher gar keinen Wirkstoff erhalten haben.

Dosis langsam reduzieren

Die Studie kam auch zu einem weiteren interessanten Ergebnis: So machte es keinen Unterschied, ob die Medikamente schrittweise oder sofort komplett abgesetzt wurden. Das widerspricht der gängigen Empfehlung, Antidepressiva auszuschleichen, also die Dosis langsam zu reduzieren. Fachleute zeigen sich dem Ergebnis gegenüber skeptisch – die Studie reiche nicht aus, um zuverlässig zu diesem Schluss zu kommen. Das räumen auch die Forschenden selbst ein.

Immer in Begleitung einer Ärzt*in

Außerdem betonen die Forschenden, dass jedes Absetzsymptom ernst zu nehmen ist und mit der Ärzt*in abgeklärt werden sollte – ganz egal, ob „real“ oder nicht. Das Absetzen der Antidepressiva sollte zudem immer von einer Ärzt*in begleitet werden. Und nicht zuletzt müsse man auch unterscheiden, ob die Symptome tatsächlich auf das Absetzen der Medikamente zurückgehen oder ob es sich um einen Rückfall handelt.

Quellen: Deutsches Ärzteblatt


19.07.2024 | Von: Sara Steer; Bild: mauritius images / pa / Christin Klose

 

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vom 18.07.2024

Neues Zuckermedikament schützt Auge

Nützlicher Nebeneffekt

Messung des Augeninnendrucks mit einem Goldmann-Ophthalmotonometer.

GLP-1-Rezeptoragonisten senken bei Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht nur den Blutzucker. Sie schützen offenbar auch vor einem Glaukom.

Blutzuckersenkung auf vielen Wegen

Zur Behandlung der Zuckerkrankheit gibt es viele Medikamente. Eine neue Wirkstoffklasse sind GLP-1-Rezeptoragonisten. Sie werden unter die Haut gespritzt und senken den Blutzucker, indem sie

  • die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse fördern und die Freisetzung eines Hormons hemmen, das den Blutzucker erhöht,
  • die Magenentleerung verlangsamen und
  • das Sättigungsgefühl verstärken und dadurch zu einer geringeren Nahrungsaufnahme führen.

Doch offenbar können GLP-1-Rezeptoragonisten noch mehr: Einer dänischen Studie zufolge schützen sie auch vor einem Glaukom. Bei dieser auch Grüner Star genannten Erkrankung kommt es zu einem erhöhten Augeninnendruck und Durchblutungsstörungen, die den Sehnerven bis zur Erblindung schädigen können.

In der dänischen Studie hatte eine Arbeitsgruppe die Daten von über 250.000 Männern und Frauen analysiert. 1737 davon litten an einem Typ-2-Diabetes und entwickelten im Studienzeitraum ein Glaukom. Sie wurden mit über 8000 Typ-2-Diabeteskranken verglichen, deren Augen gesund blieben. Alle erhielten Metformin und ein weiteres Medikament zur Blutzuckersenkung.

30 Prozent geringeres Risiko

Diejenigen Typ-2-Diabetiker*innen, die als Zweitmedikament einen GLP-1-Rezeptoragonisten gespritzt hatten, entwickelten seltener einen Grünen Star. Insgesamt war ihr Glaukomrisiko drei Jahre nach Studienbeginn um 30 Prozent niedriger als bei den Patient*innen, die ein anderes Medikament bekommen hatten.

Wahrscheinlich schützen GLP-1-Rezeptoragonisten die Nervenzellen der Netzhaut, vermuten die Autor*innen. Wie das geschieht, ist allerdings noch unklar. Denkbar wäre, dass sie die Menge entzündlicher Botenstoffe in der Netzhaut verringern und die Funktion der dortigen Immunzellen verbessern.

Quelle: Ärztezeitung

18.07.2024 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Science Source / Ralph C. Eagle Jr.

 

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vom 17.07.2024

Bewegung bremst nicht nur Krebs aus

Auf die Plätze, fertig, los

Jeden Tag eine halbe Stunde gemütlich Joggen – damit ist das Bewegungsziel der WHO schon erreicht.

Die einen sind von Natur aus sportlich, andere sind einfach gern im Freien und deshalb viel auf den Beinen. Doch es gibt auch Menschen, die an körperlicher Aktivität wenig Freude haben. Vielleicht lassen sie sich mit den vielen gesundheitlichen Vorteilen zu mehr Bewegung motivieren.

Bewegungsziel wird nicht erreicht

Wie eine Seuche greift der Bewegungsmangel weltweit um sich. Neben Brasilien, Bulgarien und den Philippinen verzeichnet Deutschland den größten Anstieg der körperlichen Inaktivität bei Erwachsenen. Mit 42,5% Bewegungsmuffeln ist es neben Zypern und Portugal Spitzenreiter in Europa. Und auch der deutsche Nachwuchs ist keinesfalls in Schwung: Die Bewegungsempfehlung der WHO (eine Stunde Aktivität am Tag) erreicht nur etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen.

Dabei ist Bewegungsmangel für über 650 000 Todesfälle im Jahr verantwortlich. Das sind doppelt so viele, wie die Fettsucht verschuldet (337 000). Expert*innen haben berechnet, dass durch mehr körperliche Aktivität etwa 7,3% aller vorzeitigen Todesfälle verhindert werden könnten. Denn Bewegung hat einen großen Einfluss auf den gesamten Organismus und kann das Risiko für zahlreiche Erkrankungen reduzieren:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zahlreiche Studien haben nachgewiesen, dass körperliche Aktivität das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall drastisch reduziert.
  • Stoffwechselerkrankungen. Ebenfalls günstig beeinflusst wird der gesamte Stoffwechsel. Bewegung bessert die Zusammensetzung der Blutfette, schützt vor Gewichtszunahme (und damit vor der Fettsucht) und mindert die Gefahr, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.
  • Knochenbrüche durch Stürze. Aktivität und Bewegung fördern auch die körperliche Fitness, die Koordination und das Gleichgewichtsgefühl. Das verhindert Stürze – ein Thema, dass vor allem für Ältere und Alte entscheidend ist. In der Folge wird auch das Risiko für Schenkelhalsbrüche verringert.
  • Krebs. Ähnlich wie das Nichtrauchen und eine ballaststoffreiche Ernährung ist körperliche Aktivität wichtig für die Vorbeugung von Krebs. Nachgewiesen ist der schützende Effekt insbesondere für Brustkrebs und für Darmkrebs, aber auch für Lungenkrebs und Gebärmutterkrebs soll das Risiko reduziert werden.
  • Demenz und Depression. Bewegung nützt auch Gehirn und Geist. So werden dadurch bei älteren Menschen die kognitiven Funktionen gebessert. Außerdem soll körperliches Training Depressionen vorbeugen.

30 Minuten Radfahren täglich

Jedes bisschen mehr Bewegung hilft, heißt es in den Richtlinien der WHO. Ziel ist, mindestens 150 Minuten in der Woche moderat körperlich aktiv zu sein – also etwa eine halbe Stunde täglich. Moderat aktiv ist man zum Beispiel beim Tanzen, zügigem Spaziergehen oder entspanntem Radfahren. Wer intensiv trainiert, braucht sich nur 75 bis 150 Minuten pro Woche zu fordern. Intensiv bedeutet, dass man beim Training aus der Puste kommt und sich nebenher nicht unterhalten oder singen kann.

Quelle: Springer Medizin

17.07.2024 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Image Source / RUSS ROHDE

 

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vom 16.07.2024

So planscht es sich sauber

Keime ausbremsen

In sauberem Wasser macht das Baden nicht nur Spaß, es ist auch unbedenklich.

Planschbecken und Pools können sich schnell zu Brutstätten von Keimen entwickeln. Zum Glück gibt´s einfache Tipps, damit das Wasser länger sauber bleibt und das sommerliche Badevergnügen hygienisch ist.

Haut- und Darmkeime inbegriffen

In der Sommerhitze schießen in den Gärten und auf den Balkonen Planschbecken und Framepools wie Pilze aus dem Boden. Doch je mehr sie genutzt werden, desto schneller sammeln sich darin von der Haut und aus dem Darm eingeschleppte Keime. Bei hohen Temperaturen können sich diese rasant im Wasser vermehren und dann leicht zu Blasen- und Bindehautentzündungen führen. Um das zu vermeiden ist, auch beim heimischen Plansch- und Badespaß Hygiene angesagt.

Bei kleinen Planschbecken geht das am leichtesten: Sie sollten täglich neu mit frischem Leitungswasser befüllt werden. Dann muss man es auch nicht desinfizieren. Weil in dem gebrauchten Wasser keine Chemikalien sind, kann man das Wasser gut zum Blumengießen verwenden.

Abdecken, sauber halten, desinfizieren

Bei größeren Pools ist ein täglicher Wasseraustausch wenig praktikabel. Hier muss auf andere Weise für Hygiene gesorgt werden:

  • Abdecken. Wenn der Pool nicht genutzt wird, schützt man ihn am besten mit einer passenden Abdeckung vor Verschmutzung und Keimeintrag von außen.
  • Desinfizieren. Chlor tötet Bakterien und andere Keime ab und hemmt die Algenbildung. Pro Liter Wasser wird meist ein Chlorgehalt von etwa 0,3 bis 0,6 mg empfohlen. Das Chlor kann flüssig oder als Tabletten hinzugefügt werden. Auf jeden Fall müssen die Anweisungen des Herstellers beachtet werden. Ob gechlortes Wasser zum Blumengießen genutzt werden darf, ist umstritten und kommt darauf an, wie hoch der Chlorgehalt ist. Experten raten oft, es über die Kanalisation zu entsorgen.
  • pH-Wert kontrollieren. Chlor wirkt am besten bei einem Wasser-ph-Wert zwischen 7,0 und 7,4. Dieser lässt sich mit Teststäbchen oder speziellen Geräten messen. Liegt der ph-Wert darunter oder darüber, kann man ihn mit Granulaten erhöhen oder senken.
  • Sauber halten. Grobe Bestandteile wie Blätter oder Insekten sind regelmäßig mit einem Sieb oder Kescher zu entfernen. Oft bildet sich trotz Chlorierung an Boden und Wänden ein glitschiger Biofilm aus Bakterien und Algen. Ihm rückt man mit einem speziellen Pool-Bodensauger zu Leibe.
  • Filtern. Sandfilter mit Quarzsand halten Algen, Schmutzpartikel und Bakterien zurück. Diese Anlagen sind auch für den heimischen Swimmingpool zu empfehlen.

Gründlich duschen hilft auch

Es gibt noch einen ganz einfachen Tipp, die Keimbelastung im eigenen Pool zu reduzieren: Vor dem Eintauchen gründlich Duschen. Auf diese Weise bleiben Schweiß, Hautkeime und Kosmetika dem Wasser fern. Und dass ins Becken nicht hineingepieselt werden sollte, versteht sich eigentlich von selbst.

Quellen: ptaheute

16.07.2024 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Anna Brusnicyna/shutterstock.com

 

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vom 15.07.2024

Was tun bei Raupendermatitis?

Eichenprozessionsspinner im Anmarsch

Vorsicht Eichenprozessionsspinner! Von derart gekennzeichneten Bäumen hält man sich besser fern.

Vielerorts wird vor Eichenprozessionsspinnern gewarnt. Zu Recht, denn die Härchen der Raupen können Juckreiz, Quaddeln und sogar Atembeschwerden auslösen. Hier gibt es Tipps zur Vorbeugung und zur Behandlung der gefürchteten Raupendermatitis.

Im Gänsemarsch auf Futtersuche

Als kleine, braungraue und eher unscheinbare Nachtfalter sind Eichenprozessionsspinner eigentlich ganz harmlos. Von sich reden machen aber ihre Vorstufen, die Raupen: Sie finden sich vor allem an Eichen, bilden dort Gespinste und leben recht gesellig. In Gruppen von 20 bis 30 Tierchen marschieren sie im Gänsemarsch zur Futtersuche, was ihnen auch den Namen Prozessionsspinner eingebracht hat.

600 000 giftige Brennhaare

Die Raupen haben es im wahrsten Sinne des Wortes an sich: Mit etwa 600 000 giftigen Brennhaaren pro Tier können sie Menschen gewaltig quälen. Nicht nur der direkte Kontakt mit der pelzigen Raupe macht zu schaffen. Die Härchen brechen leicht ab und werden durch den Wind bis zu 100 m weit davongetragen. Gelangen sie auf die Haut, kommt es durch das Nesselgift Thaumetopoein zu Juckreiz, Quaddeln und Ausschlägen. Eingeatmet drohen Atembeschwerden, und manchmal entwickeln sich sogar Schwindel, Übelkeit und Schüttelfrost.

So beugt man vor

Am besten ist, gar nicht erst in die Nähe von Raupen und Härchen zu geraten. Vielerorts sind befallene Bäume gekennzeichnet oder Waldparkplätze gesperrt. Zum Schutz vor Raupenangriffen empfehlen Fachleute:

  • Befallene Gebiete meiden.
  • Raupen und Gespinste nicht anfassen.
  • Bei Waldspaziergängen empfindliche Hautgebiete (Nacken, Hals, Unterarme) bedecken.
  • Nach Kontakt mit Raupenhaaren duschen, Haare waschen und trockenföhnen. • Kontaminierte Kleidung bei 60°C waschen.

Selbsthilfe bei Raupendermatitis

Ist es trotz aller Vorsichtmaßnahmen zu einer Raupendermatitis mit Juckreiz und Quaddeln gekommen, helfen folgende Maßnahmen:

  • Kühlende Umschläge auf die betroffene Hautstelle auflegen.
  • Cremes oder Gele mit Kortison auftragen.
  • Antihistaminika in Tablettenform einnehmen.

Wann zur Hausärzt*in?

Haben sich durch Raupenhärchen Atembeschwerden, Übelkeit und Schwindel oder eine Bindehaut mit Juckreiz und Schmerzen entwickelt, ist statt der Selbstmedikation der Gang zur Hausärzt*in angebracht.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung

15.07.2024 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Nicole Lienemann/Shutterstock.com

 

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vom 12.07.2024

Hände weg vom Superpatch-Pflaster

Keine nachgewiesene Wirkung

Was normale Pflaster können, ist klar - aber was bringt das Superpatch-Pflaster?

Kein Wirkstoff, aber viel Wirkung? An solchen Gesundheitsversprechen ist in aller Regel nicht viel dran. Das gilt auch für das Superpatch-Pflaster, das angeblich gegen Schmerzen, Schlaflosigkeit und vieles mehr wirkt.

Neuronale Netzwerke, vibrotaktile Technologie?

Wenn man dem Hersteller der Superpatch-Pflaster glaubt, dann sind die kleinen Kleber wahre Alleskönner: Sie helfen nicht nur gegen konkrete Beschwerden wie Schmerzen und Schlaflosigkeit. Darüber hinaus steigern sie die Konzentration, verleihen mehr Energie und helfen, besser mit Stress umzugehen. Das Beste daran: Das alles gelingt ganz ohne einen medizinischen Wirkstoff. Dahinter steckt die „vibrotaktile Technologie“, also ein Muster auf den Pflastern, das Informationen an die neuronalen Netzwerke des Körpers sendet.

Studien ohne wissenschaftliche Standards

Klingt komisch? Ist es auch. Denn Nachweise für die Wirkung gibt es bisher nicht – auch wenn die Firma mit wissenschaftlichen Studien wirbt. Schade nur, dass diese vom Hersteller selbst durchgeführt wurden und auch keinen wissenschaftlichen Standards genügen. So fehlt zum Beispiel eine Kontrollgruppe in den Studien, also eine Gruppe, die nur ein Placebo ohne Muster statt des „richtigen“ Pflasters erhält. So lässt sich herausfinden, ob eine Maßnahme tatsächlich mehr bringt, als einfach nichts zu tun. Auch wurden die „Studien“ nicht in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlich, wo sie von anderen Wissenschaftler*innen kritisch geprüft werden.

Übrigens: Die „vibrotaktile Technologie“ klingt zwar gut, das Prinzip scheint in wissenschaftlichen Kreisen bisher aber unbekannt zu sein. Das ist noch ein weiteres Indiz, warum man von Superpatch lieber die Finger lassen sollte.

Quelle: Superpatch: medizin-transparent.at, The Super Patch Company

12.07.2024 | Von: Sara Steer; Bild: mauritius images / Xy / Alamy / Alamy Stock Photos

 

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vom 11.07.2024

Malen ist gesund

Für Groß und Klein

Das sorgfältige Ausmalen von Mandalas fördert die Konzentration und lindert Stress.

Ob frei zeichnen oder Ausmalbilder nutzen: Malen macht Spaß, aktiviert das Gehirn und hilft gegen Stress. Das gilt nicht nur für Kinder – auch Erwachsene profitieren, wenn sie zu Stift und Pinsel greifen.

Aktivierte graue Substanz

Malen gehört zu den Dingen, die fast alle Kinder gerne tun. Auch viele Erwachsene haben Freude daran. Ungeachtet der kleinen und großen Kunstwerke, die dabei entstehen, hat das Malen eine ganze Reihe positiver Effekte auf das Gehirn. Zunächst einmal aktiviert das Malen verschiedene Bereiche des Gehirns gleichzeitig und fördert dadurch das Wachstum der grauen Hirnsubstanz. Außerdem stärkt es die Konzentrationsfähigkeit. Denn unbewusst achten Malende ganz genau darauf, wie sie den Stift oder Pinsel führen. Besonders wird die Konzentration geschärft, wenn etwas abgezeichnet oder nachgezeichnet werden soll.

Das Hantieren mit Stift und Pinsel fördert die Entwicklung der Handmuskulatur. Gleichzeitig verbessern die präzisen Handbewegungen, die beim Zeichnen und Malen nötig sind, die feinmotorischen Fähigkeiten – also die Koordination zwischen Fingern und Gehirn. Ganz besonders wird das beim Ausmalen geübt. Das trifft nicht nur auf Kinder zu. Alte Menschen, die Probleme mit der Fingerfertigkeit haben, können diese durch Malen verbessern.

Gedächtnis profitiert

Malen bringt auch das Gedächtnis auf Trab. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass bei künstlerischen Tätigkeiten neue Verbindungen zwischen den Gehirnzellen entstehen. Wissenschaftler*innen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg konnten dies in einer Studie nachweisen: Dabei absolvierten Testpersonen einen zehnwöchigen Kunstkurs. Diejenigen, die sich dabei künstlerisch betätigten, wiesen eine Zunahme der Nervenzellverbindungen im Gehirn auf. Bei denjenigen, die nur theoretischen Unterricht in Kunstgeschichte erhalten hatten, ließen sich keine derartigen Veränderungen erkennen.

Auch als direkte Gedächtnisstütze ist Zeichnen effektiv: Wer einen Text liest und danach die Inhalte zeichnet, lernt Fakten besser, als wenn er sie nur durch Sprechen wiedergibt. Denn beim Zeichnen bildet man nicht nur etwas aus dem Kopf ab, sondern man setzt sich aktiv mit der Sache auseinander. Das Malen wirkt so auf die Gedanken zurück und festigt die Inhalte.

Blick nach innen lindert Stress

Neben besseren Gehirnfunktionen verstärken Malen und Zeichnen aber auch das Wohlbefinden. Denn beim Malen richten Kinder und Erwachsene ihren Blick nach innen und beschäftigen sich mit sich selbst. Dadurch wird Stress gelindert, ähnlich wie beim Achtsamkeitstraining. Wer sich nicht traut, frei kreativ zu werden, kann sich an Ausmalbildern versuchen. Die gibt es für Kinder und z.B. als Mandalas für Erwachsene und sind ein guter Zugang, in die Kreativität hineinzufinden.

Quelle: pta heute, Sage Journals

11.07.2024 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Pitopia / Grischa Georgiew

 

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vom 10.07.2024

Brille auf beim Rasenmähen!

Augen in Gefahr

Beim Rasenmähen können leicht Kleinteile ins Auge geschleudert werden.

Rasenmähen ist nicht nur anstrengend und laut - die sommerliche Tätigkeit kann im wahrsten Sinne des Wortes schwer ins Auge gehen. Und zwar sowohl bei den Mähenden selbst als auch bei Unbeteiligten, die zufällig des Weges kommen.

Vor allem mittelalte Männer betroffen

Kaum fängt es in der Natur an zu wachsen, geht es vielerorts mit dem Rasenmähen und Freischneiden los. Eigentlich eine harmlose, wenn auch laute Angelegenheit, könnte man meinen. Doch weit gefehlt: Rasenmähen ist gefährlicher, als den meisten Mähenden bewusst ist.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von chinesischen Augenärzt*innen. Sie haben 140 Augenverletzungen analysiert, die sich in einem Zeitraum von acht Jahren in ihrer Region durch Mäharbeiten zugetragen haben. Betroffen waren vor allem Männer in der Altersgruppe von 40 bis 59 Jahren.

Netzhautlöcher und Augenentzündung

Die meisten Augenverletzungen ereigneten sich durch Unachtsamkeit. In der Folge schossen – ausgelöst durch den Mähvorgang – Fremdkörper ins Auge. Dort verletzten sie Linse oder Hornhaut, in einigen Fällen kam es sogar zu Löchern in der Netzhaut bis hin zu Netzhautablösungen. Bei jeder Zweiten konnten die Fremdkörper im Auge sichergestellt werden. Drei Viertel davon waren aus Metall, aber auch Tierhaare, Glassplitter oder Steine wurden dingfest gemacht.

Ein Viertel der Patient*innen entwickelte eine schwere Augeninfektion, eine Endophthalmitis. Bei ihnen waren durch die Augenwunde Pilze oder Bakterien in das Auge geraten. In fast allen Fällen mussten die Augen chirurgisch und medikamentös behandelt werden, in drei Fällen war es sogar erforderlich, das betroffene Auge zu entfernen.

Mit Brille wär es nicht passiert

Nur ein Viertel der Verletzten hatte beim Mähen eine Schutzbrille getragen, schreiben die Studienautor*innen. Doch dazu wird dringend geraten: Nur so könne das Risiko reduziert werden, dass die Grünpflege das Augenlicht kostet. Zudem sollten sich Unbeteiligte von Mähenden möglichst fernhalten – das gilt auch für Kinder, die im Garten spielen, wenn Papa den Rasen trimmt.

Quelle: Ärztezeitung

10.07.2024 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Cavan Images

 

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