Aktuelle News
Hier stellen wir Ihnen, nach Datum sortiert, aktuelle News aus unterschiedlichen Bereichen zur Verfügung.
Ihre Apotheke in Herbseiten
03.04.2025

PFAS bedrohen den Organismus
In Zahnseide und Pizzaschachtel
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01.04.2025

Wie Pollenallergiker besser fahren
Tipps bei Heuschnupfen am Steuer
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31.03.2025

Krankheitsangst raubt Lebensjahre
Gefährliche Hypochondrie
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25.03.2025

Mit Probiotika gegen Depressionen
Nützliche Darmflora
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24.03.2025

Wirkstoffpflaster richtig anwenden
Auf Unverträglichkeiten achten
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18.03.2025

Ungesunder Lebensstil bedroht Gehirn
Vor allem bei Diabetiker*innen
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11.03.2025

Wunddesinfektion für Zuhause
Welches Antiseptikum ist das beste?
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06.03.2025

Covid-19 verläuft öfter schwer
Atemwegsinfektionen im Vergleich
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05.03.2025

Blinddarm: Auch ohne Bauchschmerz
Kleinkinder anders betroffen
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27.02.2025

Kampf der Kopflaus!
Mit Kamm und Läusemittel
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vom 03.04.2025
PFAS bedrohen den Organismus
In Zahnseide und Pizzaschachtel
Damit die Pizza nicht am Karton klebt, ist dieser mit PFAS-haltigen Material beschichtet.
Über PFAS wird derzeit viel geredet. Die Chemikalien finden sich in vielen Produkten und gelangen tonnenweise in unsere Böden, ins Wasser und damit auch in unsere Körper. Doch wie riskant sind PFAS, und wie kann man sich vor ihnen schützen?
Von Antihaft-Pfannen bis Zahnseide
PFAS ist die Abkürzung für künstlich hergestellte Industriechemikalien, die aus Kohlenstoff- und Fluoratomen bestehen. Sie sind in zahlreichen Alltagsprodukten enthalten, die als wasser-, fett- oder schmutzabweisend beworben werden. Dazu gehören z.B. antihaftbeschichte Pfannen und Waffeleisen und beschichte Pizzakartons, Burgerpapier und Tiefkühlverpackungen. Aber auch in Outdoortextilien und Regenjacken, Sofastoffen und Tischdecken, Zahnseide, Farben und Klebstoffen kommen PFAS vor. Und schlussendlich sind sie wichtiger Bestandteil von Imprägnier-Sprays und Feuerlösch-Schäumen.
Ewigkeitschemikalien reichern sich an
Die Chemikalien gelangen auf unterschiedlichen Wegen in die Umwelt: durch Abwässer bei der Produktion mit dem Müll oder durch die Nutzung (z.B. den Abrieb der Beschichtung von Funktionskleidung) oder. Dort sammeln sie sich in den Böden und im Wasser an. Problem der PFAS: Viele von ihnen sind extrem stabil und werden kaum abgebaut – deshalb nennt man sie auch Ewigkeitschemikalien. Über kontaminiertes Wasser und den Verzehr von belasteten Pflanzen und Tieren gelangen die Substanzen schließlich in den menschlichen Organismus.
Langlebige PFAS reichern sich in der Leber an
Einige der PFAS scheidet der Körper relativ schnell wieder über den Stuhl oder den Urin aus. Manche werden jedoch langfristig im Blut, in der Leber oder der Niere gespeichert. Dort können sie zu gesundheitlichen Problemen führen.
Die bereits verbotene Perfluoroctansäure und Perfluoroctansulfonsäure schwächen die Wirkung von Impfungen, erhöhen den Cholesterinspiegel und können bei Schwangeren das Geburtsgewicht des Kindes erniedrigen. In Tierversuchen haben die beiden PFAS zu Hoden- und Lebertumoren geführt und den Spiegel der Schilddrüsenhormone gesenkt. Auch andere PFAS stehen unter Verdacht, der Gesundheit zu schaden. Sie werden momentan intensiv erforscht.
Höchstwerte und Komplettverbot
Neben den beiden verbotenen PFAS gibt es bereits Höchstwerte für vier weitere PFAS in Lebensmitteln wie Eiern, Fischereierzeugnissen, Fleisch und Trinkwasser. Dies wird von Behörden überwacht. Außerdem prüfen die europäischen Behörden, ob weitere PFAS-Verbote ausgesprochen werden müssen. Seit März 2023 gibt es den Vorschlag, in der EU sämtliche Fluorkohlenstoffe zu verbieten.
Wie lassen sich PFAS vermeiden?
In einigen wenigen Bereichen kann man auch selbst etwas tun, um die PFAS-Belastung zu senken:
- Pfannen mit Keramikbeschichtung statt Teflonbeschichtung nutzen.
- Imprägniermittel ohne PFAS verwenden.
- Auf Backmatten und Backpapier verzichten und stattdessen ein gefettetes Backblech nehmen.
- Bei Outdoorkleidung auf PFAS-freie Textilien achten. Muss PFAS-belastete Kleidung entsorgt werden, gehört diese in den Restmüll und nicht in den Altkleidercontainer.
Da PFAS nicht kennzeichnungspflichtig sind, ist es schwierig, sie zu meiden. Verbraucher*innen können allerdings auf Produkte mit Bezeichnungen wie PFAS-frei oder Blauer Engel achten.
Außerdem ist es sinnvoll, Abstand zu den genannten beschichteten Produkten zu halten. Zum Beispiel auf die Pommes aus der Frittenbude und auf tiefgekühlte Fertigprodukte zu verzichten – und auf eine gesunde Ernährung mit selbst zubereiteten Produkten zu setzen.
Quellen: Stiftung Warentest, Bundesinstitut für Risikobewertung
 
 

vom 01.04.2025
Wie Pollenallergiker besser fahren
Tipps bei Heuschnupfen am Steuer
Als Beifahrer sind die Niesattacken im Auto zwar nicht gefährlich, aber trotzdem unangenehm.
Jetzt im Frühling haben sie Hochkonjunktur: Die Pollen von Frühblühern, Bäumen und Gräsern. Sie verursachen laufende Nasen und brennende Augen. Allergiker*innen leiden nicht nur im Freien, auch beim Autofahren machen die Pollen Probleme. Die Expert*innen des ADAC erklären, wie sich geplagte Autofahrer*innen schützen.
Schniefnase und rote Augen
Mehr als 20 Prozent der Deutschen leiden unter Heuschnupfen. Das Immunsystem reagiert überempfindlich auf Eiweiße in den Pollen bestimmter Pflanzen und bekämpft diese. Die Betroffenen leiden unter brennenden geröteten Augen, Niesattacken und einer laufenden oder ständig verstopften Nase. Was im Alltag ärgerlich und anstrengend ist, kann am Steuer eines Autos gefährlich für den Straßenverkehr werden. Beim Niesen schließen wir unwillkürlich die Augen und legen einige Meter im Blindflug zurück. In schwereren Fällen reizen die Pollen die Atemwege so stark, dass die Betroffenen Atemnot bekommen und kurzzeitig die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren. Einfache Verhaltenstipps erhöhen die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer deutlich.
Pollenfilter häufiger wechseln
Pollenallergiker*innen fahren am besten mit eingeschalteter Klimaanlage und geschlossenen Fenstern. Ein Pollenfilter hält die lästigen Plagegeister davon ab, ins Auto zu gelangen. Die Expert*innen des ADAC raten Heuschnupfengeplagten, den Filter doppelt so häufig zu wechseln, wie die Betriebsanleitung vorsieht. Für die meisten Automodelle heißt das, dass einmal im Halbjahr ein Filterwechsel ansteht. Ein sauberer Filter nimmt eine größere Anzahl Pollen auf und schützt so die Insassen. Darüber hinaus ist für Allergiker*innen die regelmäßige Reinigung des Autoinnenraums wichtig. Deshalb gilt: Alle Polster regelmäßig absaugen und die Fußmatten gründlich ausklopfen.
Medikamente machen müde
Besonders vorsichtig sollten Autofahrer*innen sein, die bestimmte Medikamente gegen Heuschnupfen einnehmen. Antihistaminika schränken nämlich die Fahrtüchtigkeit ein. Sie machen müde und schwächen die Konzentrationsfähigkeit. Wenn möglich, nehmen Patient*innen die Medikamente deshalb abends ein. Dann gibt es kaum Nebenwirkungen am nächsten Morgen auf dem Weg zur Arbeit. Im Zweifel berät die Hausapotheke über geeignete Mittel.
Quelle: ADAC, Deutsche Apotheker Zeitung
 
 

vom 31.03.2025
Krankheitsangst raubt Lebensjahre
Gefährliche Hypochondrie
Menschen mit Hypochondrie leben in der beständigen Angst, an einer Erkrankung zu leiden.
Hypochonder*innen werden oft belächelt oder sogar ausgelacht. Doch das ist nicht fair: Denn sie sterben tatsächlich früher als andere Menschen. Nur meist nicht an der Erkrankung, die sie sich einbilden.
Krankheitsangst mit Folgen
Unter Hypochondrie leiden Menschen, die überzeugt davon sind, krank zu sein - es aber gar nicht sind. Ihre Gedanken kreisen fortwährend um ihre Gesundheit, sie beobachten sich und ihren Körper genauestens und werten die kleinsten Unregelmäßigkeiten als Hinweise auf schwere Krankheiten. Dieser Zustand gilt sogar als psychosomatisches Krankheitsbild und wird hypochondrische Störung genannt.
Mit ihrer Art sind diese Menschen oft eine Zielscheibe für Spott und Hohn. Witze, Bücher und Filme handeln von ihnen, der bekannteste Vertreter in der Literatur ist wohl der Hypochonder Argan in Molières Komödie „Der eingebildete Kranke“.
Suizidrate um das Vierfache höher
Doch die Hypochondrie ist offenbar gefährlicher als angenommen: Ein schwedisches Forscherteam hat herausgefunden, dass davon betroffene Menschen durchschnittlich fünf Jahre kürzer leben als gleichaltrige Männer und Frauen ohne diese Befürchtungen. Ihrer Untersuchung liegen die Daten von über 4000 Personen mit der Diagnose „Hypochondrie“ zugrunde.
Das Ergebnis der Analyse: Obwohl Hypochonder*innen oft glauben, dass sie an unheilbarem Krebs erkrankt sind, starben sie in dieser Untersuchung nicht häufiger an einem Malignom als Menschen ohne Hypochondrie. Erhöht war allerdings ihr Risiko, an einer Atemwegserkrankung oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Und ihnen droht weitere Gefahr: Menschen mit Hypochondrie hatten ein um das Vierfache gesteigertes Risiko für eine Selbsttötung, schreibt das Autorenteam. Alle genannten Zusammenhänge blieben auch nach Berücksichtigung von Depressionen oder Angsterkrankungen bestehen.
Nicht ernst genommen von den Ärzt*innen
Gründe für die kürzere Lebenserwartung könnten der hypochondriebedingte Stress und ein ungesunder Lebensstil sein, vermuten die Autor*innen. Letzterer liegt womöglich auch daran, dass Hypochonder*innen häufig ein geringeres Einkommen haben und allein leben. Nicht zu vernachlässigen sei zudem die Möglichkeit, dass Ärzt*innen Menschen mit Hypochondrie weniger ernst nehmen und es deshalb zu verzögerten Diagnosen kommt.
Quelle: SpringerMedizin
 
 

vom 25.03.2025
Mit Probiotika gegen Depressionen
Nützliche Darmflora
Probiotika bringen die Darmbakterien auf Vordermann.
Probiotika sollen nicht nur bei Darmbeschwerden helfen. Offenbar lindern sie auch Depressionen, wie eine Schweizer Arbeitsgruppe herausfand.
Darm-Hirn-Achse beeinflusst die Stimmung
Darmbakterien spielen eine große Rolle im menschlichen Körper. Sie helfen beim Verdauen, bei der Aufnahme von Vitaminen und Nährstoffen und unterstützen die Immunabwehr. Diese „guten“ Bakterien schützen zudem vor ihren krankmachenden Verwandten. Dafür muss allerdings die Zusammensetzung der Darmflora stimmen. Ist diese gestört, drohen negative Folgen, z. B. Verdauungsprobleme und ein höheres Risiko für chronische Entzündung wie Rheuma und Krebs.
Doch nicht nur der Körper leidet, wenn die Darmflora aus dem Lot gerät. Über die Darm-Hirn-Achse beeinflussen die Darmbakterien durch ihre Stoffwechselprodukte auch das Nervensystem und die Stimmung. Darauf deuten zumindest Ergebnisse aus dem Labor hin: Pflanzt man Mäusen die Darmflora depressiver Personen ein, werden die Tiere energieloser und apathisch – zeigen also typische Depressionsbeschwerden.
Probiotika verstärkten die Wirkung von Antidepressiva
Ob sich eine depressive Darmflora durch Probiotika beeinflussen lässt, haben nun Schweizer Forscher*innen untersucht. 47 Patient*innen, die aufgrund ihrer Depression in stationärer Behandlung waren, machten dabei mit. Zusätzlich zu ihrem Antidepressivum erhielten 21 von ihnen 31 Tage lang ein Probiotikum, 26 ein Placebo. Vor und am Ende der Behandlung sowieso weitere vier Wochen später unterzogen sich alle Patient*innen einer Reihe psychologischer Tests. Außerdem wurde regelmäßig der Stuhl auf Bakterien untersucht.
Bei allen Patient*innen hatten die depressiven Beschwerden abgenommen – vermutlich durch die stationäre Behandlung. In der Probiotika-Gruppe war die Besserung jedoch deutlich stärker als in der Placebo-Gruppe. Die Autor*innen führen dies auf eine Probiotika-bedingte Stabilisierung der Darmflora zurück. Denn mit Abnahme der depressiven Beschwerden konnten sie bei den Probiotika-Patient*innen eine Zunahme der Milchsäurebakterien im Stuhl nachweisen.
Keime nur in Kombi nützlich
Nun müssen weitere Forschungen zeigen, welche Bakterien sich für eine antidepressive Therapie eignen. Allerdings wirken Probiotika nur unterstützend zu Antidepressiva, betonen die Forscher*innen. Als alleinige Therapie gegen Depressionen sind die nützlichen Keime nicht geeignet.
Quelle: Universität Basel
 
 

vom 24.03.2025
Wirkstoffpflaster richtig anwenden
Auf Unverträglichkeiten achten
Wirkstoffpflaster dürfen nur auf unverletzter Haut aufgetragen werden.
Medizin zum Aufkleben: Wirkstoffpflaster geben den Wirkstoff direkt an die Haut und ins Blut ab und schonen damit Magen und Darm. Warum sie dennoch Unverträglichkeiten hervorrufen können.
Langanhaltende Wirkung
Sobald wir ein Wirkstoffpflaster auf eine Körperstelle aufgetragen haben, dringt der Wirkstoff in die Haut ein. Von dort gelangt er über die kleinen Blutgefäße in den Blutkreislauf und schließlich zum Wirkungsort. Dies dauert einige Zeit, sodass viele Arzneistoffpflaster erst nach mehreren Stunden ihre Wirkung entfalten. Dafür geben sie den Wirkstoff langsam und über einen längeren Zeitraum an den Körper ab. Geeignet sind die Pflaster insbesondere für Reisende, die aufgrund der Zeitumstellung ihre Tabletten nur schwer einnehmen können. Auch Demenz-Patient*innen können von dieser Arzneimittelform profitieren. Beliebt sind Wirkstoffpflaster besonders bei der Behandlung von Schmerzen, beispielsweise bei Sportverletzungen.
Pflaster-Klebstoff kann Hautirritationen hervorrufen
Wie bei Arzneimitteln in Form von Tabletten oder Lösungen können auch Wirkstoffpflaster Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen auslösen. Bereits die Klebestoffe der Pflaster führen bei einigen Patienten zu Hautirritationen und Juckreiz, bemerkt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer. „Vor allem Allergiker sollten mit einem Arzt oder Apotheker sprechen, bevor sie Wirkstoffpflaster verwenden“, rät die Pharmazeutin.
Bei Zweifeln Apotheker*in um Rat fragen
Auch der Wirkstoff selbst kann unerwünschte Wirkungen im Körper hervorrufen. Die Form des Arzneimittels spielt dabei keine Rolle. „Wer empfindlich auf einen Wirkstoff reagiert, bei dem werden auch Arzneimittelpflaster Nebenwirkungen hervorrufen. Die Patient*innen reagieren hier genauso empfindlich wie bei der Einnahme von Tabletten“, erklärt Günther.
Quelle: Barmer
 
 

vom 18.03.2025
Ungesunder Lebensstil bedroht Gehirn
Vor allem bei Diabetiker*innen
Pizza und Chips sind lecker, aber nicht gut für das Gehirn.
Menschen mit einem Diabetes haben prinzipiell ein höheres Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Pflegen sie einen ungesunden Lebensstil, steigt die Gefahr fürs Gehirn noch weiter an.
360.000 Menschen befragt
Ob ein Mensch im Alter eine Demenz entwickelt, hängt unter anderem vom Zustand seiner Hirngefäße ab. Je stärker diese arteriosklerotisch verändert („verkalkt“) sind, desto größer die Gefahr. Diabetiker*innen haben aufgrund ihrer Stoffwechselerkrankung ein deutlich erhöhtes Risiko für Arteriosklerose – und werden häufiger dement als gesunde Altersgenossen.
Das Demenz-Risiko von Diabetiker*innen lässt sich jedoch beeinflussen, wie eine britische Arbeitsgruppe herausgefunden hat. In einer großangelegten Studie fragten die Forscher*innen über 360.000 Teilnehmer*innen nach deren Lebensstil. Dieser wurde anhand der Angaben zu Schlafdauer, körperlicher Bewegung, Zeit vor dem Fernseher, Alkoholkonsum und Ernährungsgewohnheiten in drei Kategorien eingeteilt: gesund, mäßig gesund und ungesund. Dem Lebensstil gegenüber stellte man dann die Daten der Teilnehmer*innen zu Demenz und Typ-2-Diabetes.
Doppelt so hohes Demenzrisiko
Die Analyse ergab, dass ein ungesunder Lebensstil generell die Gefahr erhöhte, eine Demenz zu entwickeln. In der mittleren Kategorie stieg das Risiko um 13%, und in schlechtesten um 36%.
Menschen mit Diabetes hatten jedoch im Vergleich zu den nicht-diabetischen Kontrollen in allen drei Kategorien eine schlechtere Prognose für ihre Hirnleistung. Schon mit einem gesunden Lebensstil war ihr Demenzrisiko um 40% höher als das von Gesunden. Diabetikeskranke aus der Gruppe mit ungesunder Lebensweise erkrankten sogar doppelt so häufig an einer Demenz als gesund lebende Nicht-Diabetiker*innen.
Ein ungesunder Lebensstil steigert also das ohnehin erhöhte Demenzrisiko von Diabetiker*innen noch weiter. Dies sollte für die Betroffenen eine starke Motivation sein, sich gesund zu ernähren und sich mehr zu bewegen, hoffen die Autor*innen. Damit tun sie nicht nur ihrem Gehirn etwas Gutes. Ein gesunder Lebensstil senkt auch das bei Diabetes ebenfalls erhöhte Herz-kreislauf-Risiko.
Quelle: Ärzteblatt
 
 

vom 11.03.2025
Wunddesinfektion für Zuhause
Welches Antiseptikum ist das beste?
Um kleine Verletzungen auch unterwegs zu versorgen, gehört in jeden Verbandskasten ein Desinfektionsspray.
Pflaster und Kompressen haben die meisten Menschen zu Hause. Um kleine Wunden optimal zu versorgen, sollte aber auch ein Wundantiseptikum im Verbandskasten nicht fehlen. Doch welches Produkt eignet sich am besten?
Desinfektion – ja oder nein?
Grundsätzlich gilt: Nicht jeder Kratzer muss desinfiziert und verbunden werden. Bei stark verschmutzen und großflächigen Wunden ist eine Desinfektion aber empfehlenswert. So verhindert man Infektionen und Narben. Das gilt besonders für Menschen mit einem schwachen Immunsystem, denn sie sind anfälliger für Infektionen. Als immungeschwächt gelten zum Beispiel sehr alte Menschen, Säuglinge oder Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes.
Reinigung vor Desinfektion
Vor der Desinfektion muss grober Schmutz wie Staub oder Sand aus der Wunde entfernt werden. Dafür eignen sich zum Beispiel sterile Kochsalz- oder Ringerlösung aus der Apotheke. Für die Desinfektion kommen laut Expert*innen Präparate mit Polyhexanid oder Octenidin in Frage. Beide Lösungen brennen nicht, verursachen selten Allergien und sind sehr gut verträglich.
Beide Wirkstoffe sind als Spray oder Spüllösung zu kaufen. Je nach Produkt unterscheiden sich Anwendung und Einwirkzeit. Polyhexanid hat jedoch meist eine längere Einwirkzeit als Ocentidin. Deshalb lohnt sich vor der Anwendung ein Blick in den Beipackzettel oder eine Beratung in der Apotheke.
Iodsalbe nicht immer wirksam
Und die gute alte Iodsalbe? Die rötlich-braune Salbe weckt oft Kindheitserinnerungen. Auch heute wird sie noch zur Wunddesinfektion eingesetzt. Im Gegensatz zu Octenidin und Polyhexanid schwächen Blut und Eiter aber ihre Wirkung. Deshalb sollten Verbraucher*innen bei blutenden und eiternden Wunden lieber auf ein anderes Desinfektionsmittel ausweichen. Außerdem nimmt die Haut ein Teil des enthaltenden Iods auf. Problematisch ist das für Menschen mit einer Iod-Allergie oder einer Schilddrüsenerkrankung oder auch für Schwangere.
Trotz gut ausgestattetem Verbandskasten gilt: Stark blutende, sehr tiefe oder verunreinigte Wunden gehören in ärztliche Hände. Auch große Platzwunden und Bisswunden von Tieren sind von der Ärzt*in zu versorgen.
Quellen: ARS Medici (9) 2016, Pharmazeutische Zeitung
 
 

vom 06.03.2025
Covid-19 verläuft öfter schwer
Atemwegsinfektionen im Vergleich
Impfen reduziert bei Covid-19, Influenza und RSV-Infektion die Gefahr für schwere Verläufe.
Noch immer gibt es Menschen, die Covid-19 auf die leichte Schulter nehmen. Das ist grundfalsch: Denn das Coronavirus verursacht schwerere Erkrankungen als das Influenzavirus oder RSV – vor allem bei älteren Menschen.
Atemwegsinfektionen mit schweren Verläufen
Das Coronavirus, Influenzavirus und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) haben einiges gemeinsam: Sie werden durch Tröpfchen übertragen, befallen insbesondere die Atemwege und lösen ähnliche Symptome aus. Für alle drei Infektionen sind schwere Verläufe bekannt, die zu Krankenhauseinweisungen und Todesfällen führen. Möglich sind z. B. die Entwicklung einer Lungenentzündung oder Herz-Kreislauf-Komplikationen.
Das Coronavirus verursacht offenbar häufiger solch schwere Verläufe als die beiden anderen Virusinfektionen, wie eine US-amerikanischen Studie zeigt. Untersucht wurden darin die Daten von mehr als 140.000 Betroffenen, die überwiegend männlich und durchschnittlich 66 Jahre alt waren.
Häufiger in die Klinik eingewiesen
In der Saison 2022/2023 hatten 9,1% der Studienteilnehmenden eine RSV-Infektion, 24,7% eine Influenza und 66,2% Covid-19. Aufgrund eines schweren Verlaufs in die Klinik eingewiesen wurden 17,5% der Covid-19-Patient*innen, 15,9% der Influenza-Kranken und 14,4% derjenigen, die mit RSV infiziert waren. In der Saison 2023/2024 unterschied sich das Risiko mit 16,3% bei Covid-19 und Influenza nicht mehr, für RSV lag es aber immer noch niedriger, und zwar bei 14,3%.
Langfristig hatte Covid-19 in beiden ausgewerteten Saisons schwerere Folgen. 180 Tage nach Coronainfektion waren 3,1% (2022/2023) bzw. 2,9% (2023/2024) der Betroffenen verstorben – etwa 1% mehr als 180 Tage nach einer Infektion mit dem Influenza- oder RS-Virus. Diese höhere Sterblichkeit betraf jedoch nur die Personen, die nicht geimpft waren, betont das Autorenteam.
Impfung senkt Sterblichkeit
Insgesamt führt das Coronavirus bei älteren Menschen häufig zu Erkrankungen mit schwererem Verlauf als Influenza- und RS-Viren, schreibt das Team. In der zweiten Saison waren die Unterschiede allerdings etwas weniger stark ausgeprägt. Impfungen haben jedoch bei allen drei Atemwegsinfektionen die Erkrankungsschwere und die Sterblichkeit reduziert.
Dies unterstreicht, wie wichtig Impfungen sind. Sie gibt es in Deutschland für alle drei Krankheiten. Grippe- und Covid-19-Impfungen werden für alle über 60-Jährigen jährlich empfohlen. Die RSV-Impfung wird einmalig verabreicht. Empfohlen wird sie für Senior*innen über 75 Jahren und für Menschen über 60 mit chronischen Erkrankungen.
Quellen: Ärzteblatt, STIKO
 
 

vom 05.03.2025
Blinddarm: Auch ohne Bauchschmerz
Kleinkinder anders betroffen
Bei Vorschulkinder stehen statt Bauchschmerzen bei einer Blinddarmentzündung oft Fieber und Durchfall im Vordergrund.
Bauchschmerzen gehören zu den klassischen Merkmalen einer Blinddarmentzündung. Bei Kindern unter fünf Jahren kann man sich allerdings darauf nicht verlassen. Bei ihnen gelten andere Beschwerden als aussagekräftiger.
Vom Nabel in den Unterleib
Die Blinddarmentzündung (Appendizitis) gehört bei Kindern und Jugendlichen zu den häufigsten Erkrankungen im Bauchraum. Klassische Anzeichen sind Bauchschmerzen, die in der Nabelgegend beginnen und sich dann in den rechten Unterleib verlagern. Das gilt zumindest für ältere Kinder, Teenager und Erwachsene. Denn bei Vorschulkinder stehen oft andere Beschwerden im Vordergrund, wie israelische Forschende herausgefunden haben.
Sie verglichen die Beschwerden von 184 Kindern unter fünf Jahren mit denen von 187 Schulkindern zwischen fünf und zehn Jahren. Allen war aufgrund einer Appendizitis der Blinddarm entfernt worden. Was die Symptome vor der Operation betrifft, zeigten die beiden Gruppen deutliche Unterschiede: Vorschulkinder litten seltener an Bauchschmerzen als die älteren Kinder. Dafür zeigten sie häufiger Durchfall, Erbrechen und Fieber. Zudem war ihr Bauch öfter stark gebläht.
Fehlender Bauchschmerz verzögert Diagnose
Bei den Kindern unter fünf Jahren dauerte es im Vergleich zu den älteren Kindern meist länger, bis die Diagnose gestellt wurde. Zudem kam es bei ihnen öfter zu Komplikationen und sie mussten durchschnittlich länger im Krankenhaus bleiben.
Grund für die Verzögerung und den schwereren Verlauf ist vermutlich das Fehlen des klassischen Blinddarm-Bauchschmerzes, schreibt das Forscherteam. Ob die betroffenen Kleinkinder tatsächlich weniger Bauchschmerzen haben oder diese nur schlechter artikulieren können, ist unklar. Die Studie zeigt aber: Auch wenn die akute Blinddarmentzündung bei Vorschulkindern selten ist - behandelnde Ärzt*innen sollten auch immer daran denken, wenn Kinder unter Erbrechen, Durchfall und Fieber leiden.
Quelle: Ärztezeitung
 
 

vom 27.02.2025
Kampf der Kopflaus!
Mit Kamm und Läusemittel
Läuse findet am besten, wenn man das angefeuchtete Haar Strähne für Strähne mit einem Läusekamm auskämmt.
Kopfläuse sind ein immer wiederkehrendes Problem. Vor allem Kinder werden von ihnen befallen. Das Robert Koch-Institut hat jetzt seine Kopflaustipps aktualisiert. Dabei setzen die Fachleute neben der nötigen chemischen Behandlung vor allem auf das Auskämmen der Haare.
Von Kopf zu Kopf
In Grundschulen und Kindergärten kommt es regelmäßig zu Kopflausalarm. Das liegt vor allem am engen Kontakt der Kinder. Denn überleben können die Kopfläuse nur auf dem Menschenkopf, wenig entfernt davon sterben sie schnell ab. Beim gemeinsamen Spielen und Toben geraten Schöpfe schnell aneinander, was der Laus den Umzug von Kopf zu Kopf ermöglicht. Mit Sauberkeit hat der Kopflausbefall nichts zu tun, betonen die Expert*innen vom RKI. Denn normale Seife oder Shampoo lassen die Quälgeister kalt, egal, wie häufig man sie anwendet.
Ansteckend sind nur lebende Läuse. Beim Verdacht auf einen Befall spürt man sie auf, indem man die Haare zunächst mit einer Pflegespülung gründlich anfeuchtet. Dann wird Strähne für Strähne mit einem Lausekamm durchgekämmt, und zwar von der Kopfhaut bis zur Spitze. Die Zinken des Kamms müssen eng beieinanderstehen, der Abstand darf nicht mehr als 0,2 mm betragen. Nach jedem Durchgang streift man den Kamm an einem Tuch ab und prüft so, ob Läuse an den Zinken hängen geblieben sind.
Kämmen, kämmen, kämmen
Wurden Läuse gefunden muss der Schopf behandelt werden. Heißluftfön, Sauna oder Essigwasser sind nicht geeignet, den Tierchen den Garaus zu machen - nur ein wirksames Kopflausmittel ist dazu in der Lage. Die Anwendung auf dem Haar erfolgt je nach Gebrauchsanweisung des Produkts. Nach dessen Auswaschen wird erneut wie beschrieben ausgekämmt. Fleißiges Kämmen ist auch weiterhin erforderlich: Und zwar am ersten und am fünften Tag nach der ersten Behandlung.
An Tag 9 oder 10 muss das Kopflausmittel erneut an den Schopf, da in der Zwischenzeit noch Larven geschlüpft sein können. Und auch nach dieser Wiederholungstherapie sollte das Haar noch fünf Mal gründlich ausgekämmt werden: an Tag 1, Tag 13 und 17 sowie zusätzlich eine und zwei weitere Wochen später.
Prävention ist wichtig
Auch wenn Kopfläuse sich vornehmlich durch direkten Kontakt vermehren, empfiehlt das RKI eine gewisse Prävention. Dazu reicht es, Kämme, Bürsten, Haargummis und -spangen in heißer Seifenlösung zu säubern. Schlafanzüge, Bettwäsche, Handtücher und Leibwäsche werden gewechselt und gewaschen. Mützen und Kopfbedeckungen kann man für drei Tage in eine Plastiktüte packen.
Quelle: Robert Koch-Institut