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Aktuelle News

Hier stellen wir Ihnen, nach Datum sortiert, aktuelle News aus unterschiedlichen Bereichen zur Verfügung.

Ihre Apotheke in Herbseiten

18.09.2021

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Kampf der Gürtelrose!

Gegen Schmerzen, Juckreiz, Krusten

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17.09.2021

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Wie gut helfen Laktase-Tabletten?

Unterstützung bei Laktose-Intoleranz

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16.09.2021

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Grippeimpfung schützt doppelt

In Pandemiezeiten noch wichtiger

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15.09.2021

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Vitamin B12-Mangel im Alter

Schlapp, vergesslich, wacklig

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14.09.2021

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Wie riskant ist die „Pille“?

Thrombose und Krebs

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13.09.2021

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Unfreiwillig durchwachte Nächte

Schlafstörungen auf den Grund gehen

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10.09.2021

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Nahrungsergänzung im Blick: Aloe Vera

Sinn oder Unsinn?

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09.09.2021

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Alufrei gegen Schweißgeruch?

Deoroller im Ökotest

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08.09.2021

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Barfußlauf für Einsteiger

Zeigt her Eure Füße …

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07.09.2021

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HIV-Selbsttest für zu Hause

Schnelle Gewissheit

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vom 18.09.2021

Kampf der Gürtelrose!

Gegen Schmerzen, Juckreiz, Krusten

Mit Ausschlag, Kribbeln, Jucken und Schmerzen kann eine Gürtelrose ganz schön unangenehm werden. In jedem zehnten Fall drohen sogar langfristige Nervenschmerzen, die Schlaf und Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Lesen Sie, wo die Gürtelrose herkommt, wie sich akute und chronische Beschwerden am besten behandeln lassen und wie man sich mit der Zosterimpfung schützt.

Viren auf Wanderschaft

Plötzliche Schmerzen und ein roter, gürtelförmiger Ausschlag am Rumpf —die Symptome einer Gürtelrose sind leicht zu erkennen. Verantwortlich für den Spuk ist das Windpocken- oder Varizellenvirus (lateinisch Varizella-Zoster-Virus). Es gehört zu der Gruppe der Herpesviren, weshalb die Erkrankung medizinisch auch Herpes zoster genannt wird.

Das Varizellenvirus hat ganz besondere Eigenschaften. Infiziert man sich damit, erkrankt man zunächst an Windpocken. Nach dem Abheilen des juckenden Ausschlags verschwinden die Viren aber nicht. Stattdessen wandern sie in bestimmte Nervenzellen, die Ganglienzellen von Hirn- oder Spinalnerven. Dort lassen sie sich lebenslang nieder – in Schach gehalten vom körpereigenen Immunssystem. Schwächelt das Immunsystem, werden die Viren reaktiviert und befallen den Körper „von innen“ erneut. Geschwächt wird das Immunssystem z. B. durch

  • seelischen und körperlichen Stress
  • normale Alterungsprozesse
  • immunsuppressive Therapien, also Therapien die das Immunsystem gezielt unterdrücken (z. B. zur Behandlung von Krebs oder einer rheumatoiden Arthritis)
  • Immunerkrankungen, z.B. eine HIV-Infektion.

Manchmal tritt die Gürtelrose aber auch auf, ohne dass sich ein spezieller Grund dafür feststellen lässt.

Die typische Gürtelrose

Werden die Viren reaktiviert, wandern sie die Nervenfaser entlang in Richtung Körperoberfläche. Am häufigsten geschieht das im Bereich von Brustkorb und Rumpf. Auf der Haut lösen sie dann einen gürtelförmigen Ausschlag mit gleichförmigen Papeln und Bläschen auf rotem Grund aus. Zum charakteristischen Muster des Ausschlages kommt es, weil die Viren sich nicht frei, sondern entlang der Nervenfaser ausbreiten. Diese Nervenfasern sind wiederum gürtelförmig, also quer von der Wirbelsäule bis zur Vorderseite angeordnet. Der gürtelförmige Ausschlag ist so typisch, dass meist keine weitere Diagnostik erforderlich ist. Im Zweifel lassen sich die Viren aber auch durch Laboruntersuchungen von Blut oder Hirnflüssigkeit nachweisen.

Manchmal macht sich die Gürtelrose schon vor dem Hautausschlag durch Kribbeln oder Taubheitsgefühl bemerkbar. Ist sie voll erblüht, leiden die Erkrankten je nach Ausmaß unter

  • Fieber und starkem Krankheitsgefühl
  • Wundschmerzen im Bereich des Ausschlags
  • Nervenschmerzen im Bereich des befallenen Nervens, z. B. starke Missempfindungen (Ameisenlaufen, Juckreiz) und bohrende oder stechende Schmerzen.

Normalerweise heilt der Ausschlag innerhalb von zwei bis vier Wochen folgenlos aus. Bei jeder zehnten Patient*in dauern Schmerzen und Missempfindungen jedoch auch nach Abheilen des Hautausschlags an oder flackern nach einem beschwerdefreien Intervall wieder auf. In diesen Fällen spricht man von der Post-Zoster-Neuralgie. Deren Prognose ist nicht besonders gut: Bei einem Drittel der Betroffenen greift die Schmerztherapie nicht, und manche haben lebenslang mit den Beschwerden zu kämpfen (mehr dazu siehe unten).

Hinweis: Achtung, ansteckend! In den Bläschen des Ausschlags befinden sich massenweise Varizellenviren. Gürtelrose-Patient*innen können durch Schmierinfektionen andere infizieren. Ganz besonders gefährdet sind Schwangere, die noch keine Windpocken hatten. Bei einer Infektion kann das ungeborene Kind schwer geschädigt werden. Um jede Ansteckung zu vermeiden sollte der Ausschlag bis zum Abheilen gut abgedeckt (passende Pflaster dafür gibt es in der Apotheke) und der Kontakt zu Ungeimpften bzw. noch nicht an Windpocken Erkrankten vermieden werden.

Zoster in Ohr und Auge

Neben der typischen Gürtelrose gibt es auch andere Formen des Herpes zoster. Besonders unangenehm wird es, wenn die Varizellen in den Ganglienzellen der Hirnnerven sitzen und dort reaktiviert werden. Dann wandern sie die Nervenfasern entlang in Richtung Kopfhaut vor. Ist der Trigeminalnerv betroffen, kommt es zu einem Zoster ophthalmicus mit Ausschlag und Schmerzen im Bereich von Stirn, Nasenwurzel und Nasenrücken, meist begleitet von Fieber und einem starken Krankheitsgefühl. Es droht die Infektion des Auges mit Bindehautentzündung, Hornhautentzündung, Augenmuskellähmung und sogar der Gefahr der Erblindung. Ein Befall der Nerven, die für das Ohr zuständig sind, macht sich als Zoster oticus mit Ohrenschmerzen, Hörminderung, Schwindel und schmerzhafte Bläschen am Gehörgang bemerkbar.

Schwerste Formen des Herpes zoster sind der Befall des Gehirns (Zoster-Enzephalitis) oder die Ausbreitung der Varizellenviren über den gesamten Körper inklusive innerer Organe (Zoster generalisatus). Diese lebensbedrohlichen Varianten kommen bei Menschen vor, deren Immunsystem sehr geschwächt ist.

Hinweis: Eine weitere seltene Sonderform des Herpes zoster ist der „Zoster sine herpete“. Hier leiden die Betroffenen unter heftigen Schmerzen in einem Dermatom, es fehlt aber der typische bläschenförmige Ausschlag.

Wen kann es treffen?

Jeder, der einmal an Windpocken erkrankt war, beherbergt die Viren und kann Monate, Jahre oder Jahrzehnte später an einer Gürtelrose oder einer anderen Form des Herpes zoster erkranken. Allerdings steigt das Risiko mit dem Alter, weil das Immunsystem dann allgemein weniger gut arbeitet. Ab 50 ist jedoch nicht nur die Gefahr einer Virusreaktivierung erhöht. Auch die Schwere der Erkrankung nimmt zu.

Doch nicht nur durchgemachte Windpocken lassen eine Gürtelrose erblühen. Auch Menschen, die gegen Windpocken geimpft wurden, können an einem Herpes zoster erkranken. Denn das abgeschwächte Impfvirus zieht sich ebenso wie das „echte“ Virus in Ganglienzellen der Spinal- oder Hirnnerven zurück. Weil das Impfvirus sich jedoch weniger leicht reaktivieren lässt als sein natürlicher Verwandter tritt ein Zoster nach Impfung sehr selten auf. Und kommt es doch einmal dazu, verläuft die Erkrankung deutlich milder als der Herpes zoster durch das echte Virus.

Akut gegen Virus, Schmerz und Krusten

Die normale Gürtelrose ist zwar unangenehm, hat aber eine relativ gute Prognose. Etwa 70–80% der Fälle heilen mithilfe der passenden Therapie folgenlos aus. Diese ruht auf drei Säulen: Die Viren zu bekämpfen, Schmerzen und Juckreiz einzudämmen und das Abheilen der Bläschen zu fördern.

Antivirale Medikamente. Mit ihnen wird der Verlauf der Erkrankung abgemildert und die Ansteckungsgefahr reduziert. Deshalb wird auf die antivirale Therapie nur bei sehr leichten Verläufen darauf verzichtet. Zwingend erforderlich ist sie bei

  • Patient*innen über 50 Jahren
  • Zoster im Kopfbereich
  • stark ausgeprägtem Zoster, z. B. beim Befall mehrerer Dermatome am Rumpf
  • kompliziertem Verlauf
  • Immunschwäche.

Zum Einsatz kommen die Wirkstoffe Aciclovir, Valaciclovir, Famcicluvir und Brivudin. Je nach Präparat werden die antiviralen Medikamente drei- bis fünfmal täglich als Tabletten eingenommen. In schweren Fällen gibt man sie auch intravenös. Dies ist bei Zoster ophthalmicus oder Zoster oticus der Fall. Hier kombinieren die Ärzt*innen das Virostatikum auch oft mit Kortison, um das Risiko für gefährliche Komplikationen wie Seh- oder Hörverlust zu reduzieren.

Schmerztherapie. Der entzündliche Ausschlag verursacht oft unangenehme Wundschmerzen. Diesen begegnet man mit entzündungs- und schmerzlindernden Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Paracetamol. Bei sehr starken Schmerzen kommen auch Opioide zum Zug, beispielsweise Oxycodon-Tabletten oder intravenös verabreichtes Morphin.

Ist der Nerv angegriffen, entwickeln sich zusätzlich neuropathische Schmerzen. Sie reichen von Kribbeln oder Taubheitsgefühl bis zum ausgeprägten Brennen, Bohren oder Stechen. Hier können Wirkstoffe helfen, die auch bei der Post-Zoster-Neuralgie eingesetzt werden, so zum Beispiel Gabapentin, Pregabalin oder auch das Antidepressivum Amitryptilin.

Lokaltherapie. Die lokale Therapie fördert die Abheilung und reduziert das Risiko einer bakteriellen Infektion des Ausschlags. Polihexanid-Gele beispielsweise wirken antiseptisch und helfen, die Verkrustungen zu lösen. Lösungen aus Polihexanid oder Octenidin sind ebenfalls antiseptisch und lindern Schmerzen und Missempfindungen durch ihren kühlenden Effekt. Synthetische Gerbstoffe verringern ebenfalls den Juckreiz und lassen die Läsionen abtrocknen.

Hinweis: Zur lokalen Therapie keine Schüttelmixtur mit Zink verwenden! Diese lindert zwar den Juckreiz, fördert jedoch neuen Untersuchungen zufolge eine bakterielle Infektion der Läsionen. Außerdem lässt sich unter der weißlichen Schicht das Abheilen des Ausschlags nicht gut kontrollieren.

Wenn die Post-Zoster-Neuralgie zubeißt

In etwa 10% der Fälle entwickeln die Betroffenen eine Post-Zoster-Neuralgie. Dabei bleiben die Nervenschmerzen länger als vier Wochen bestehen, obwohl der Hautausschlag längst abgeklungen ist. Manchmal entwickeln sie sich aber auch erst nach einem beschwerdefreien Intervall. Typisch sind Missempfindungen und starke brennende, bohrende oder stechende Schmerzen. Oft ist die Region auch besonders berührungsempfindlich, was beispielsweise das Scheuern von Gürteln oder BH-Trägern unerträglich machen kann.

Die Behandlung der Post-Zoster-Neuralgie ist kompliziert, oft müssen verschiedene Wirkstoffe probiert und kombiniert werden. Etwa 30% der Patient*innen werden auch durch intensive Maßnahmen nicht schmerzfrei. Zum Einsatz kommen

  • Antikonvulsiva (Medikamente gegen Krampfanfälle) wie Gabapentin, Pregabalin
  • Antidepressiva wie Amitryptilin
  • Opioide wie Tramadol oder Morphin
  • Lidocain-Pflaster
  • Pflaster mit Capsaicin
  • als Ersatzmedikamente Carbamazepin oder Duloxetin.

Wenn die Hautempfindlichkeit des betroffenen Dermatoms intakt ist, empfehlen manche Ärzt*innen auch die Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS). Die elektrische Stimulation des betroffenen Gebietes verursacht (gewünschte) Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl, wodurch die Schmerzempfindung selbst verringert wird. Daneben können auch andere Verfahren der physikalischen Therapie, z. B. Kälte- oder Wärmeanwendungen helfen, die Beschwerden der Post-Zoster-Neuralgie abzumildern.

Hinweis: Eine Post-Zoster-Neuralgie kann psychisch sehr belastend sein. In manchen Fällen sind Verhaltens- oder Psychotherapien hilfreich, um besser mit den chronischen Schmerzen umzugehen.

Stärkste Waffe: Impfung

Ein besonders starkes Mittel gegen die Gürtelrose und ihre Komplikationen ist die Zosterimpfung. Es gibt sie mit einem abgeschwächten Virus als Lebendimpfstoff und als Totimpfstoff. Letzterer soll effektiver sein und einen längeren Impfschutz bieten, weshalb dieser von der STIKO vorgezogen wird. Sie empfiehlt die Zosterimpfung mit dem Totimpfstoff

  • allen Personen über 60
  • Menschen ab 50 Jahren, die ein erhöhtes Risiko für Herpes zoster haben (z.B. aufgrund einer immunsuppressiven Therapie oder einer Grunderkrankungen wie Diabetes, COPD, oder rheumatoider Arthritis).

Die Impfung erhöht die zelluläre Immunabwehr und unterstützt dadurch den Körper, die in den Nervenzellen sitzenden Varizellenviren weiter in Schach zu halten.

Für einen vollständigen Schutz sind zwei Impfungen mit einem Abstand von zwei bis sechs Monaten erforderlich. Ob eine Auffrischung nötig ist, wird noch diskutiert. Bis jetzt gehen die Expert*innen davon aus, dass Geimpfte etwa zehn Jahre lang vor einer Gürtelrose bewahrt werden.

Hinweis: Die Zoster-Impfung verträgt sich gut mit anderen Impfungen. Auch eine Covid-19-Impfung ist kein Grund, darauf zu verzichten. Zur Sicherheit empfiehlt die STIKO bei der Zoster-Impfung lediglich, vor und nach der Covid-19-Impfung 14 Tage Abstand einzuhalten.

Quellen: DAZ 2021, Nr. 18, S. 38; RKI

18.09.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Rawpixel.com/shutterstock.com

 

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vom 17.09.2021

Wie gut helfen Laktase-Tabletten?

Unterstützung bei Laktose-Intoleranz

Der vollständige Verzicht auf Milchprodukte ist für Laktose-Intolerante oft gar nicht so einfach. Gerade bei Einladungen oder im Restaurant ist die milchfreie Diät schwer durchzuhalten. Laktase-Tabletten versprechen, dass Symptome wie Bauchschmerzen und Durchfall trotz kleiner Fehltritte ausbleiben.

Bauchschmerzen durch Milchzucker

Laktoseintoleranz ist häufiger, als man vielleicht vermuten würde. Immerhin 15 Prozent der Deutschen leiden unter einem Mangel an dem Enzym Laktase. Dieses Enzym kommt normalerweise im Dünndarm vor und spaltet den in Milchprodukten enthaltenen Milchzucker Laktose auf. Nur so kann er vom Darm ins Blut aufgenommen werden. Fehlt das Enzym, wandert die Laktose weiter in den Dickdarm und verursacht dort u. a. Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Die beste Therapie gegen die Beschwerden ist der Verzicht auf Milchprodukte. Weil der im Alltag oft schwer durchzuhalten ist, haben sich Hersteller eine Alternative ausgedacht: Laktase-Tabletten. Dahinter steckt die Idee, das fehlende Enzym Laktase in Tabletten oder Kapselform zuzuführen – und so den Mangel auszugleichen.

Laktase-Präparate im Test

Einen Laktase-Mangel durch die Zufuhr des Enzyms zu beheben – das klingt erst einmal logisch. Doch wirkt die zugesetzte Laktase tatsächlich genauso gut wie das körpereigene Enzym? Dieser Frage wurde in 7 Studien nachgegangen. Dabei tranken laktoseintolerante Proband*innen zwischen 18 und 100 Gramm aufgelösten Milchzucker und nahmen gleichzeitig Laktase-Präparate oder ein Placebo ohne Laktase ein. Das Ergebnis: In 5 Studien berichteten die Teilnehmer*innen, ihre Beschwerden hätten sich durch die Präparate etwas verringert. In 2 Studien ließ sich kein Unterschied zwischen dem Placebo und den Laktase-Präparat feststellen.

Studien mit Mängeln

Die Aussagekraft der Studien ist vorsichtig zu bewerten. Mit einer Gesamtzahl von 178 Teilnehmer*innen waren die einzelnen Studiengruppen eher klein. Außerdem wurde nicht in jeder Studie konsequent auf eine Verblindung geachtet. Das heißt, dass einige Teilnehmer*innen wussten, ob sie ein Präparat mit oder ohne Laktase schluckten – auch das macht die Ergebnisse unzuverlässiger.

Laktase-Tabletten einfach ausprobieren

Doch was heißt das nun für Laktose-Intolerante? Wahrscheinlich helfen die Laktase-Tabletten zumindest dabei, die Symptome etwas zu mildern. Da in keiner Studie Nebenwirkungen beobachtet wurden, schadet es außerdem nicht, die Tabletten oder Kapseln einfach auszuprobieren. Übrigens: Bis zu 12 Gramm Laktose vertragen die meisten Betroffenen problemlos (zum Vergleich: ein Glas Milch enthält etwa 15 Gramm Laktose). Ab 50 Gramm wiederum helfen auch die Tabletten nichts mehr.

Quelle: medizin-transparent.de


17.09.2021 | Von: Sara Steer; Bild: Westend61/imago-images.de

 

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vom 16.09.2021

Grippeimpfung schützt doppelt

In Pandemiezeiten noch wichtiger

Jedes Jahr im Herbst geht es mit den Grippeimpfungen los. Doch momentan sind viele Menschen unsicher, ob sie sich in Pandemiezeiten überhaupt gegen die Grippe impfen lassen sollen. Manche befürchten, dass die Grippeimpfung das Risiko für eine schwer verlaufende Corona-Infektion erhöht. Diese Sorge ist unbegründet – offenbar ist sogar das Gegenteil der Fall.

Weniger Schlaganfälle und Venenthrombosen

Schon zu Beginn des Jahres betonte das Robert Koch-Institut (RKI), dass sich die Grippeimpfung nicht negativ auf eine etwaige Covid-19-Infektion auswirkt. Jetzt kommt zur Entwarnung noch ein Pluspunkt dazu: Einer umfangreichen US-amerikanischen Studie zufolge schützt die Grippeimpfung offenbar davor, bei einer Covid-19-Infektion schwere Komplikationen zu entwickeln.

Analysiert wurden die Daten von über 70000 Patienten, die mit Covid-19 infiziert waren. Die Hälfte von ihnen war im Zeitraum von sechs Monaten bis zwei Wochen vor ihrer Covid-19-Erkrankung gegen die saisonale Grippe geimpft worden. Die anderen hatten vorher keinen Grippeimpfschutz erhalten.

Die Grippe-Geimpften erlitten innerhalb der vier Monate nach Beginn ihrer Erkrankung seltener die für Covid-19-Infektionen typischen Komplikationen wie Venenthrombosen, Schlaganfälle oder Sepsis. Und nicht nur das: Sie kamen zudem deutlich seltener als Notfall in die Klinik und mussten weniger oft intensivmedizinisch versorgt werden.

Grippe ist ebenfalls lebensbedrohlich

Doch nicht nur der wahrscheinliche Schutz vor schweren Covid-19-Verläufen ist ein schlagkräftiges Argument für die Grippeimpfung. Die Influenza selbst ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die in ihren Wellen immer wieder Zehntausende Opfer fordert. Gefährdet sind vor allem Menschen über 60 Jahren und chronisch Kranke. Ihnen rät das RKI dringend dazu, sich mittels Impfung vor der Infektion zu schützen.

Ebenfalls impfen lassen sollten sich medizinisches Personal und Personen, die in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr arbeiten. Sie haben nicht nur ein erhöhtes Risiko sich zu infizieren, sie geben die Grippeviren auch vermehrt an andere weiter.

Die Impfungen gegen Covid-19 und die saisonale Influenza stören sich nicht gegenseitig. Allerdings sollte man sie nicht gleichzeitig verabreichen. Empfohlen wird ein Abstand von zwei Wochen zwischen beiden Impfungen. Das gilt sowohl für die Grundimmunisierung gegen Corona als auch für die – wahrscheinlich – kommende Auffrisch-Impfung.

Hochdosis für ältere Semester

Zum Einsatz kommen tetravalente Impfstoffe, die jedes Jahr an die zirkulierenden Virusvarianten angepasst werden. Weil ältere Menschen oft eine geringere Immunantwort auf Impfstoffe haben empfiehlt die STIKO, Personen über 60 Jahre mit einem Hochdosisimpfstoff zu impfen.

Quellen: RKI, PLOSone

16.09.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Hedgehog94/shutterstock.com

 

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vom 15.09.2021

Vitamin B12-Mangel im Alter

Schlapp, vergesslich, wacklig

Gangunsicherheit, Verwirrtheit oder Gedächtnisstörungen sind im Alter häufig. Doch statt sie einfach hinzunehmen oder einer anderen, bekannten Erkrankung zuzuschreiben lohnt immer auch ein Blick ins Blut. Denn womöglich steckt ein Vitamin B12-Mangel dahinter – und der lässt sich behandeln.

Jeder Vierte über 65 betroffen

Der Vitamin B12-Mangel ist im Alter häufig. So soll ein Viertel der über 65-Jährigen und ein Drittel der 85- bis 93-Jährigen nicht ausreichend damit versorgt sein. Ursache ist beispielsweise eine einseitige Ernährung mit zu geringer B12-Zufuhr, z. B. wenn zu wenig Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte verzehrt werden. Häufig behindern aber auch Magenprobleme wie eine verminderte Magensäureproduktion oder eine chronische Gastritis (Magenschleimhautentzündung) die Aufnahme des Vitamins.

Die Beschwerden durch den B12-Mangel entwickeln sich schleichend über Monate. Zu Beginn dominieren unspezifische Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung. Dann kommen psychische Veränderungen dazu: Die Betroffenen sind labil und reizbar, einige leiden unter Wahnvorstellungen, andere unter Denkstörungen bis hin zur Demenz oder unter depressiven Verstimmungen. Manchmal macht sich auch ein Zungenbrennen bemerkbar. Im Verlauf kann es zu Gangunsicherheit und Missempfindungen an Armen und Beinen kommen. Die für den Vitamin B12-Mangel typische Blutarmut (Anämie) zeigt sich dagegen oft erst nach weiteren Monaten.

Auch bei Normwerten Beschwerden möglich

Bei Verdacht auf einen Vitamin B12-Mangel prüft man zunächst die B12-Werte im Blut. Dabei kann allerdings auch schon bei niedrigen Spiegeln im Normbereich kann ein behandlungsbedürftiger Vitaminmangel vorliegen. Im Zweifel sichern spezielle Blutuntersuchungen wie die Bestimmung von Holo-Transcobalamin oder Methylmalonsäure die Diagnose. Ist ein B12-Mangel nachgewiesen, stehen verschiedene Untersuchungen zur Ursachenfindung an. Dazu gehört beispielsweise die Magenspiegelung.

Je nach Beschwerden und Ausmaß des Mangels wird das Vitamin dann entweder oral oder über wöchentlichen Infusionen verabreicht. Je früher der Vitaminmangel erkannt und ausgeglichen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Beschwerden wieder zurückbilden. Ist eine Erkrankung wie beispielsweise die Gastritis der Auslöser, wird diese natürlich ebenfalls behandelt.

Ganz wichtig: Der Vitaminmangel sollte nur gezielt und nach ärztlicher Diagnose behandelt werden. Und von Multivitaminpräparaten lässt man sowieso besser ganz die Finger– es gibt viele Hinweise aus der Wissenschaft, dass diese mehr schaden als nützen.

Quelle: Medical Tribune

15.09.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Ruslan Huzau/shutterstock.com

 

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vom 14.09.2021

Wie riskant ist die „Pille“?

Thrombose und Krebs

Seit 60 Jahren wird mit der Anti-Baby-Pille verhütet. Ihre Vorteile sind bekannt. Doch wie sieht es mit Krebsgefahr und Thrombosen aus? Zwei Mainzer Wissenschaftlerinnen haben die aktuelle Studienlage zu den Risiken der Pille ausgewertet.

Kombination aus Östrogen und Gestagen

Die Anti-Baby-Pille hat ihren Siegeszug nicht umsonst angetreten. Sie ist sicher, einfach anzuwenden und ermöglicht Frauen die Kontrolle über ihre Empfängnis. Die klassische Pille aus Östrogen und Gestagen birgt jedoch auch Gefahren: Das Risiko für Thrombosen ist erhöht und es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang von Pilleneinnahme und Krebs.

Neue Generationen riskanter

Das Basisrisiko, eine Thrombose zu entwickeln, liegt für gesunde Frauen im gebärfähigen Alter bei etwa 1 bis 5/10 000 Frauen. Die Pille erhöht dieses Risiko, und zwar abhängig davon, welches Gestagen neben dem Östrogen in ihr steckt. Mit Gestagenen der 1. und 2. Generation (Levonorgestrel und Norethisteron) erleiden 5 bis 7 von 10 000 Frauen eine Thrombose oder Embolie. Bei Pillen mit Gestagenen der 3. und 4. Generation steigt das Thromboserisiko weiter, und zwar auf 9 bis 12 pro 10 000 Frauen bei den Wirkstoffen Drospirenon, Gestoden und Desogestrel und auf 8 bis 11 von 10 000 Frauen bei Dienogest.

Raucherin über 35 Jahre?

Insgesamt ist das Thromboserisiko bei den Pillen der 3. und 4. Genration etwa eineinhalb bis zweimal so groß wie bei den älteren Vertretern. Die Leitlinien empfehlen deshalb, bevorzugt Präparate mit niedrigem Thromboserisiko zu verordnen, was vor allem für Erstanwenderinnen gilt. Dabei sind unbedingt weitere Thromboserisiken zu beachten. Besonders gefährdet sind z. B. Raucherinnen, stark übergewichtige Frauen und Frauen, die schon einmal eine Thrombose hatten. Wenn zwei oder mehr dieser Risiken zusammenkommen oder wenn eines davon bei Über-35-Jährigen vorliegt, schnellt das Thromboserisiko noch weiter in die Höhe. In diesen Fällen empfehlen Expert*innen, ganz auf die Pille zu verzichten und andere Verhütungsmethoden zu wählen.

Was ist mit der Minipille?

Die Minipille enthält im Vergleich zu den Kombinationspräparaten aus Gestagen und Östrogen nur Gestagen als empfängnisverhütenden Wirkstoff. Hier gibt es noch keine sicheren Daten bzgl. eines Thromboserisiko, anzunehmen ist jedoch, dass es geringer ist als bei den Östrogen-Gestagen-Pillen. Expert*innen empfehlen jedoch auch hier, die älteren Gestagen-Generation vorzuziehen.

Krebsrisiko beleuchtet

Auch mit Krebserkrankungen wird die Pilleneinnahme in Verbindung gebracht, sowohl positiv als auch negativ. Das Risiko für Gebärmutterkrebs sinkt nach vierjähriger Einnahme um etwa 51%, das von Eierstockkrebs bei zehnjähriger Einnahme um etwa 60 bis 80%. Dieser schützende Effekt bleibt für beide Erkrankungen etwa 15 Jahre nach Beendigung der Einnahme noch erhalten.

Beim Brustkrebs kann dagegen ein durch die Pille erhöhtes Krebsrisiko nicht ausgeschlossen werden. Es ist aber gering, schreiben die Wissenschaftlerinnen. Auch das Risiko für einen Gebärmutterhalskrebs scheint erhöht zu sein, womöglich dadurch, dass die Pille das Einwandern des krebserregenden Papillomavirus (HPV) in die Schleimhaut erleichtert.

Quelle: Ärztezeitung

14.09.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Peter Widmann/imago-images.de

 

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vom 13.09.2021

Unfreiwillig durchwachte Nächte

Schlafstörungen auf den Grund gehen

Wer nachts nicht richtig in den Schlaf findet, fühlt sich morgens erschöpfter als vor dem Zubettgehen. Kommt dies immer wieder vor, ist der Griff zur Schlaftablette verlockend. Doch Vorsicht: Schlafmittel wirken mit der Zeit immer schlechter und können abhängig machen.

Schlafmittel auf Dauer wirkungslos

Menschen mit Schlafstörungen haben eine Vielzahl pflanzlicher und industriell hergestellter Schlafmittel zur Auswahl. Hin und wieder eingenommen, sind die Schlafmittel auch kein Problem. Langfristig hat die Einnahme jedoch viele Nachteile. Wer mit Hilfe eines Medikaments einschläft, erholt sich in der Nacht schlechter als beim natürlichen Schlaf. Viele Präparate machen außerdem abhängig. Auf Dauer helfen die Tabletten ohnehin nicht gegen die unruhigen Nächte – dazu ist es nötig, die eigentlichen Ursachen der Schlafstörungen zu bekämpfen.

Ursachen erkennen und bekämpfen

Für Probleme beim Einschlafen gibt es viele mögliche Gründe: Prüfungsangst, Beziehungs- und ernstere finanzielle Probleme sowie psychische Leiden wie Dauerstress, Depressionen und chronische Erschöpfung gehören ebenso dazu wie Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung. Alkohol ist leider auch ein Schlafkiller. In Frage kommen außerdem körperliche Ursachen wie Wechseljahresbeschwerden, Schilddrüsenerkrankungen, Herzkrankheiten, Bluthochdruck oder Atemnot. Ältere Menschen werden oft durch Muskelschmerzen oder rheumatische Beschwerden um den Schlaf gebracht. Wer unter anhaltenden Schlafstörungen leidet, benötigt deshalb eine grundlegende Diagnose. Darauf folgt eine den individuellen Problemen entsprechende Behandlung, beispielsweise eine Schmerztherapie oder Psychotherapie.

Auch Medikamente können den Schlaf rauben

Weniger bekannt ist, dass auch Medikamente den Schlaf stören können. Um das zu überprüfen, sollten Patient*innen alle Medikamente, die sie einnehmen, in die Apotheke mitbringen.

Quellen: Barmer "Gesundes Schlafen" und Lexikon

13.09.2021 | Von: Markus Kessel; Bild: fizkes/Shutterstock.com

 

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vom 10.09.2021

Nahrungsergänzung im Blick: Aloe Vera

Sinn oder Unsinn?

Die meisten kennen Aloe Vera vor allem als Inhaltsstoff von Cremes, Lotionen & Co. Immer öfter wird die Wüstenpflanze aber auch als Nahrungsergänzungsmittel angepriesen. Doch welchen Nutzen bringt die Anwendung „von innen“?

Nährstoffreiches Gel?

Von außen sieht die Aloe aus wie ein unscheinbarer Kaktus. Doch im Inneren verbirgt sich ein wertvolles Gel, das – glaubt man den Herstellern – die Gesundheit verbessert. Es soll zum Beispiel die körpereigene Abwehr stärken, den Körper entgiften oder die Verdauung unterstützen. Zum größten Teil besteht das Gel jedoch aus Wasser. Nur 2% sind Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Bevor das Gel bei uns als Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen ist, wird es getrocknet und in Kapseln verpackt oder zu Saft verarbeitet.

Aussagekräftige Studien fehlen

Ob Nahrungsergänzungsmittel mit Aloe vera aber tatsächlich gesund sind, ist noch nicht genau untersucht. Forscher*innen vermuten jedoch, dass in den Blättern der Wüstenpflanze großes Potenzial steckt: Einige Studien deuten zum Beispiel darauf hin, dass Aloe vera vor Diabetes oder Leberschäden schützt. Doch noch fehlen aussagekräftige Studien über die Wirkungen und Nebenwirkungen der Aloe. Die in Aloe enthaltenen Anthranoide sind jedoch bereits genau untersucht. Sie wirken stark abführend und werden deshalb als Arzneimittel gegen Verstopfung verkauft.

Achtung Gesundheitsgefahr

Eines ist aber schon jetzt klar: Einige Aloe-Produkte sind gesundheitsschädlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor krebserregenden Inhaltsstoffen in den grünen Schalen der Aloe. Bevor die Blätter weiterverarbeitet werden, müssen sie deshalb sorgfältig geschält und gereinigt werden. Wer Nahrungsergänzungsmittel mit Aloe kauft, sollte deshalb auf einen vertrauenswürdigen Händler wie zum Beispiel die Apotheke setzen und keine Produkte aus ganzen Aloe-Blätter kaufen. Das gilt besonders für Aloe-Präparate, die die Darmtätigkeit anregen und abführend wirken sollen – sie enthalten besonders hohe Mengen der krebserzeugenden Moleküle.

Quellen: Verbraucherzentrale; Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart; Kumar et al. 2019; Bundesinstitut für Risikobewertung

10.09.2021 | Von: Marie Schläfer; Bild: Nevada31/Shutterstock.com

 

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vom 09.09.2021

Alufrei gegen Schweißgeruch?

Deoroller im Ökotest

Deodorants gehören zu den Hygieneartikeln, die die meisten Menschen tagtäglich auf die Haut auftragen. Umso wichtiger ist es vielen, dass die Produkte nicht nur zuverlässig unangenehme Gerüche binden, sondern auch gesundheitlich unbedenklich sind. Viele setzten lieber auf alufreie Frische. 52 solche Deoroller hat Ökotest nun unter die Lupe genommen.

Aluminium als Schweißblocker

Aluminium war bis vor kurzem ein gern genutzter Inhaltsstoff von Deodorants. Denn Aluminiumsalze verengen die Poren und blockieren die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen und wirken dadurch zuverlässig schweißhemmend. Doch inzwischen sind Aluminiumsalze umstritten. Hohe Dosen wirken im Tierversuch giftig auf das Nervensystem. Außerdem steht Aluminium im Verdacht, Alzheimer und Brustkrebs auszulösen.

2019 empfahl das Amt für Risikobewertung deshalb, auf aluminiumhaltige Deos zu verzichten. 2020 wurde die Warnung relativiert: Die Haut sei kaum in der Lage, nennenswerte Aluminiummengen aufzunehmen. Die Kund*innen sind trotzdem sensibilisiert. Die meisten wollen kein Aluminium mehr in ihren Deorollern. Laut Marktforschungsunternehmen POSpulse ist dieses Kaufargument inzwischen sogar wichtiger als eine lang anhaltende Wirkung oder Fleckenfreiheit.

Wirkung, Inhaltsstoffe, Rezyklatanteil

Ökotest hat den Trend aufgegriffen und 52 der aluminiumfreien Deoroller bewertet. Beurteilt wurde etwa, ob die angegebene Wirkdauer (24 oder 48 Stunden) auch mit Studien belegt war. Bei Kunststoffverpackungen wurde der Rezyclatanteil recherchiert. Auch die Inhaltstoffen nahmen die Ökotester*innen genau unter die Lupe und fandeten nach bedenklichen Vertretern wie

  • Duftstoffen (oft allergen, manche fortpflanzungsgefährdend)
  • halogenorganische Verbindungen (z.T. krebserregend)
  • Polyethylenglykolderivate (PEG, machen die Hautbarriere durchlässiger)
  • Kunststoffverbindungen (nicht abbaubar)
  • Formaldehyd (hautreizend).

Viele Deos mit Bestnote

Von den 19 zertifizierten Naturkosmetik-Deos erhielten 14 von Ökotest die Bestnote, darunter auch die Apothekenprodukte Dr. Hauschka Rosen Deomilch und Weleda Citrus 24 h und Weleda for Men. Auch bei den konventionellen Deorollern bekamen 11 die Bestnote „sehr gut“. Dazu gehörten beispielsweise Nivea natural balance, Produkte von Balea und sebamed. Schlechte Bewertungen bekamen Deos, die keine Belege für ihre werbenden Aussagen und PEG und Kunststoffe in ihrer Rezeptur hatten.

Viermal vergab Ökotest ein glattes „Ungenügend“ (Mixa von L`Oréal, Rexona Flower Fresh, Dove Moisturizing Cream und Vichy Mineral Deo). Hier gaben die Herstellerfirmen nicht nur den Rezyklatanteil ihrer Kunststoffverpackungen nicht an. Bei allen mangelte es an Studien für die ausgelobte Wirkung und alle hatten PEG-Derivate intus. Im Vichy-Deo fand sich zudem das hautreizende Formaldehyd und im Dove-Präparat halogenorganische Verbindungen.

Teuer heißt nicht gut

Deos wirken auch ohne Aluminium, heißt das Fazit in Ökotest. Ob allerdings auch die angegebenen 24 oder 48 Stunden kommt auf den Benutzer an. Jeder Mensch hat seine eigene Schweißbildung, weshalb es Sinn macht, unter verschiedenen Deos das für sich wirkungsvollste auszusuchen. Teuer heißt zudem nicht automatisch gut: Unter den günstigen gab es einige „sehr gute“ und die teuren Deos schnittenkeinesfalls am besten ab.

Quelle: Ökotest

09.09.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Steinach/imago-images.de

 

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vom 08.09.2021

Barfußlauf für Einsteiger

Zeigt her Eure Füße …

Immer mehr Menschen halten Barfußlaufen für gesund, sogar Jogger sind vielerorts ohne Schuhe unterwegs. Doch nicht jeder Fuß ist dafür geeignet. Wer trotzdem auf Schuhe verzichten will, sollte seine Füße darauf vorbereiten und vor allem langsam anfangen.

Nicht gleich losmarschieren!

Füße sind zum Laufen gemacht- auch über Stock und Stein. Doch heute werden die Wunderwerke aus 28 Knochen, 33 Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern meist in Schuhe verpackt und nicht mehr auf verschiedenen Untergründen trainiert. Einfach barfuß loszulaufen kommt deswegen für die meisten nicht in Frage. Im besten Fall sind die Füße nur unterbeschäftigt und müssen fürs Barfußlaufen bloß wieder „aufgeweckt“ werden. Kommen aber noch Bewegungsmangel und Haltungsschäden dazu, haben sich meist bereits Fußfehlstellungen ausgebildet. Dann benötigen Betroffene oft dauerhaft Einlagen zur Unterstützung. In diesem Fall sollte man besser auf das Barfußlaufen verzichten, rät die Physiotherapeutin Ute Repschläger. Um untrainierte Füße zu prüfen, ob sie fit genug sind fürs Barfußlaufen, gibt es kleine Tests:

Dehnbarkeit der Achillessehne. Diese große Sehne verbindet an der Rückseite des Beines den Wadenmuskel mit dem Fuß. Zum Test stellt man sich in Schrittstellung mit dem Gesicht zur Wand und stützt sich mit den Armen daran ab. Dann

  • das vordere Bein beugen, das hintere strecken.
  • Ferse des gestreckten Beines auf den Boden bringen – je weiter das Bein nach hinten gestellt wird, desto schwieriger wird das.

Wer hier schlecht abschneidet, kann den Test gleich als Dehnübung nutzen. Dabei sollte man Bein soweit nach hinten strecken, dass eine leichte Dehnung spürbar ist. Die Dehnung wird für 30 bis 60 Sekunden gehalten. Pro Seite sollte man die Übung 3- bis 5-Mal wiederholen.

Dehnbarkeit der Plantarsehne. Diese Sehne liegt an der Fußunterseite und verbindet die Ferse mit dem Fußballen. Oft ist sie verdickt und verhärtet. Das lässt sich im Sitzen mit übergelegtem Bein gut ertasten. Um die Plantarsehne zu dehnen und geschmeidig zu machen nimmt man den Fuß in die Hand, drückt mit dem Daumen mehrmals auf die Sehne und bewegt dabei die Zehen auf und ab.

Zehenbeweglichkeit. Dazu presst man im Stehen den großen Zeh auf den Boden. Dann versucht man, die anderen Zehen anzuheben – ohne dass sich die Großzehe in den Boden krallt. Das Fußgelenk sollte sich dabei nicht nach innen oder außen verdrehen. Klappt die Übung nicht gut, sollte mandie Zehen trainieren. Dazu hebt man mehrmals am Tag barfuß und im Stehen entweder die Großzehe oder die anderen Zehen vom Boden ab.

Erstmal nur kurze Etappen

Mit den genannten kleinen Übungen wird der Fuß gut auf die neue Aufgabe vorbereitet. Bevor man jedoch ohne Schuhe losläuft, gibt die Physiotherapeutin noch folgende Tipps:

  • Langsam anfangen! Zunächst nur kurze Strecken barfuß laufen, am besten am Anfang immer wieder zwischendurch Schuhe anziehen.
  • Weiche Böden wählen. Wiesen und Waldboden sind ideal. Auch der Strand eignet sich gut zum Barfußlaufen. Bei tiefem Sand ist die Anstrengung für die Füße aber besonders hoch, weshalb vor allem hier mit kurzen Etappen begonnen werden sollte.
  • Im Zweifel und nach vorangegangenen Fußverletzungen oder bei bekannten Fehlstellungen vor dem Barfußvergnügen immer erst den Rat einer Ärzt*in oder Physiotherapeut*in einholen.

Quelle: Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V.

08.09.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Altrendo Images/shutterstock.com

 

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vom 07.09.2021

HIV-Selbsttest für zu Hause

Schnelle Gewissheit

Eine HIV-Infektion schwächt bestimmte Zellen des Immunsystems, die zu den weißen Blutkörperchen gehören.

Seit 2018 ist ein HIV-Test in Apotheken, Drogerien oder im Internet erhältlich. Doch sind die Tests auch zuverlässig?

Frühe Diagnose für alle von Vorteil

In Deutschland lebten nach Zahlen des Robert Koch-Instituts im Jahr 2016 über 88.000 Menschen mit einer HIV-Infektion (Humanes Immundefizienz-Virus), etwa 500 Personen verstarben daran. Das Problem: Jeder 7. Infizierte (12.700 Menschen) wusste nichts von seiner HIV-Infektion. Dadurch besteht das Risiko, dass der Betroffene das Virus unbemerkt weitergibt. Außerdem sind späte Diagnosen häufig mit höheren Behandlungskosten und einer erhöhten Sterblichkeit verbunden.

Einfacher Zugang zum Test

Ein HIV-Selbsttest hat einen großen Vorteil: Er erreicht auch Menschen, die sich sonst nicht testen lassen würden. Aus Angst oder Scham trauen sich viele Menschen nämlich oft nicht in eine Arztpraxis, zur Aidshilfe oder ins Gesundheitsamt. Ein Selbsttest werde dazu beitragen, „dass mehr Menschen möglichst früh von ihrer HIV-Infektion erfahren und eine Therapie in Anspruch nehmen“, meint Sylvia Urban von der Deutschen Aidshilfe.

Testqualität wichtig

Wer sich einen Selbsttest kaufen möchte, sollte unbedingt auf das CE-Zeichen achten. Das stellt sicher, dass der Test in Europa für die Anwendung durch Laien zugelassen ist. Solche Tests gibt es zum Beispiel in Apotheken. Auch geprüfte Selbsttests zeigen die Infektion nicht gleich nach der Ansteckung an. Betroffene sollten deshalb noch 12 Wochen abwarten, bevor sie zum Test greifen.

Quelle: AIDS-Hilfe, Ärzteblatt

07.09.2021 | Von: Simone Lang; Bild: Jarun Ontakrai/Shutterstock.com

 

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